Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Die muselmanische Konferenz in Jerusalem und der Panislamismus
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 5)
- Language
- German
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stina für alle Ewigkeit zu erhalten, schwächen müßte und die Errichtung des Khalifats in Jerusalem würde das Zentrum des christlichen Englands in Jerusalem schwächen. Es würde auch ihren Bundesgenossen treffen, den König Ibn Saud, denn in dieser Handlung wäre ja eine Konkurrenz für Mekka gelegen. England strebt ferner gar nicht darnach, den Riß zwischen ihm u»4 der gegenwärtigen Türkei zu vergrößern. Umgekehrt: seit mehreren Jahren bemüht es sich, soweit als möglich, zwischen Türkei und Rußland einen Keil zu treiben und die Türkei sich näher zu bringen. Die Niederlassung des Khalifen, welcher von der Türkei vertrielben wurde, in Jerusalem, würde als Signal dienen zum Auf stände der muselmanischen Orthodoxen im Reiche Mustapha Kemals. Aber die Unvorsichtigkeit von Schaukath bewog die Türkei, sich an alle muselmanische Staaten zu wenden und sie gegen den Plan der jerusalemischen Konferenz zu stimmen. Die Türkei hat sich auch an England gewandt, und dieses hat sie beruhigt, daß diese Erjage atff der Konferenz nicht verhandelt werden würde. Aber selbst nach Eliniiniemng dieser Frage beruhigte sich die Türkei nicht und deren Außenminister Dr. Ruschdi Bey hat im türkischen Parlament die Jerusalemer Konferenz als ein schädliches reaktionäres Werk angeprangert. M^ehir nooh als alle anderen lokalen Regierungen hat sich die Regierung von Aegypten gegen den Plan der Konferenz gewendet. Ihr mißfielen zwei Punkte: Khalifat und Universität. Aegypten sah in dem Plan einer Universitätsgründung eine Erschütterung ihrer AI-Aznar. Und der Mufti, dem an einer positiven Stellung seitens Aegyptens gelegen war» das Palästina am nächsten liegt und die größte muselmasnische Macht darstellt, wurde gezwungen, zuzusagen, daß die Jerusalemer Universität mit dec ägyptischen nicht konkurrieren werde, weil sie ja hauptsächlich lokale Bedürfnisse befriedigen soll und sich bloß mit Medizin, Mathematik usw. beschäftigen werde. Aber auch nach diesen Kctrrekturen willigte die ägyptische Regierung nicht ein, weil sich der Mufti in die inneren Streitigkeiten Aegyptens verwickelte. Die nationale ägyptische Opposition, durch die gegenwärtige Regierung unterdrückt, klammerte sich an den Plan djer Jerusalemer Konferenz, um auf ihre Existenz in der nruselmanischen Welt hinzuweisen. Der König Ibn Saud schwieg bis zur Konferenz, aber es ist bekannt, daß sein Verhältnis zu ihr negativ war. Aus diesem Grunde war das Verhältnis der Hussein- Prinzen, seiner Gegner (Feisal, König von Irak, Abdalah, des Emir von Transjordanien, und des Emir Ali, der König von Hedsohas war und durch Ibn Saud vertrieben wurde) der Konferenz gewogen. Denn der Mufti war deren Bundesgenosse von jeher. Und sie waren immer zufrieden mit jeder Tätigkeit, welche Ibn Saud erzürnte. Der einzige muselmanische Herrscher, welcher eine positive Stellung zur Konferenz einnahm und auch einen Repräsentanten schickte^ war der Imam Jach ja von Yennen, der im allgemeinen allen panarabischeni und panislamitischen Bewegungen fern steht. Die nahe Zukunft wird vielleicht zeigen, was ihn zu seiner Teilnahme bewog. Frankreich und Italien, welche in Kämpfe mit den Muselmanen — in Syrien, Marokko und Tripolis — verwickelt sind, haben vdr jeder panislamitischen Bewegung Angst. Aber England beschützte deren Interessen und gestattete die Jerusalemer Konferenz unter der Bedingung, daß Frankreich und Italien nicht angegriffen werden würden. Die Vorbereitungen zur Konferenz zeigten vom ersten Moment an eine Linier Daß sie im Wesen eine antizionistische sein werde. Aus Mangel an Ver-