Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Die muselmanische Konferenz in Jerusalem und der Panislamismus
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379900-2379902-2394643--13083-2394806- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ali, den Präsidenten des „Khalifenkomitees", eine große Geldsumme für die Reparatur der Al-Aksa-Moschee. Im Jahre 1926 traf er mit dem Brüdern Ali bei der muselmanisohen Konferenz in Mekka zusammen und unterstützte sie in ihrer Haltung gegen den König Ihn Saud (allerdings aus einer anderen Absicht: der Mufti war Bundesgenosse des Königs Hussein). Seither näherben sie sieh einander. Die Brüder Ali halfen dem Mutfti seine Stellung gegenüber der britischen Regierung zu befestigen, zur Zeit, als die Verhältnisse zwischen ihm und der britischen Administration verwickelte wurden, und als Mohammed Ali starb, schlug der Mufti vor, ihn in der geweihten Erde Jerusalems zu begraben. Schaukath Ali besuchte während des Begräbnisses Palästina und damals wurde von ihm und dem Mufti beschlossen, eine muselmanische Weltkonferenz nach Jerusalem einzuberufen, um die durchbrochene Islamfront zu erneuern. Das Hauptziel Schaukat Alis war, dem Khalifat wieder den alten Glanz zu verleihen, nämlich den aus der Türkei vertriebenen Khalifen Abdul Medjid (der jetzt in Nizza wohnt) wieder einzusetzen. Es ist möglich, daß er an Jerusalem als das Zentrum des erneuerten Khalifats dachte. Schaukath Ali übernahm es, in London, in den Hauptstädten Europas und bei den mongolischen Muselmanen zwecks Verwirklichung dieser Idee zu wirken. Schaukath phantasiert laut und ist kein vorsichtiger Diplomat. Nicht so der Mufti. Seine Ziele in der Konferenz waren beschränktere. Er strebt nach, einer hohen persönlichen Stellung in der arabisch-muselmanischen Welt, welche nebenher seine Stellung in Palästina stärken soll, denn zwischen den» angesehenen Muselmanen in Palästina besitzt er eine sehr große Zahl von Gegnern. Diese beschuldigen ihn der Vergeudung von Wakuf-Geldern, der unverantwortlichen Geldgebarung, der Führung einer engen Parteipolitik und verlangen schon seit Jahren von der Regierung seine Entfernung. Ganz besonders ist der Mufti ein radikaler Gegner des Zionismus und verlangt von der muselmanischen Welt Geldmittel, um zum Verkauf stehende Ländereien zu erwerben und so die zionistische Kolonisation zu verhindern. In dieser Konferenz dachte der Mufti, die großen Phantasien von Schaukath zu verwirklichen. Sein Plan war es, daß die Konferenz die Gründung einer großen muselmanischen Universität beschließen solle. Mit dem für diesen Zweck zu sammelnden Geldern sollten Wakuf-Bö den erworben werden und aus deren Ertrag* nissen die Universität erhalten werden. Vorbereitungen wurden in Jerusalem, in Indien und London getroffen» (Schaukath Ali war Delegierter bei der Round-Table-Konferenz). Der verworrene Zustand des Islam erforderte ein Maximum von Geheimtuerei. Aber in dem Maße, als sich der Termin der Konferenz näherte, spitzten die verschiedenen Muselmanen ihre Ohren. Es ist kein Zweifel, daß England unbedingt nicht zustimmen konnte: 1.) Der Erneuerung des Khalifats gegen den Willen« ihrer Bundesgenossen — der Könige Fuad, Ibn Saud und der Prinzen Husseini; 2.) Der Erneuerung des Khalifats in Jerusalem; 3.) Der Zurückführung des ottomanischen Khalifen an einen Ort, unweit der Türkei. Was die Bundesgenossen anbetrifft, so forderte jeder von ihnen für sich das Recht auf das' Khalifat. Dieser Zustand ist für England in jeder Hinsicht bequem. Und es wird Jhn nicht in der nahen Zukunft ändern, ohne daß neue Faktoren auf dem Gebiete der Orientpolitik erscheinen werden. Was Jerusalem anbetrifft, ist es ja klar, daß England nicht daran interessiert ist, die muselmanisohen Forderungen auf Palästina zu festigen, was sein Streben, seine Herrschaft in Palä-»