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Palästina · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 35

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
Die muselmanische Konferenz in Jerusalem und der Panislamismus
Date
1932-01-01
Page
Seite 35 (sequence 2)
Language
German
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mächtigen Bund zu schließen. Die panislamitische Bewegung gewährte den indischen Muselmanen eine gewisse Genugtuung als Ersatz für die weltliche Herrschaft, die ihnen genommen wurde. Andererseits fürchtete England die positivea Folgen dieser Bewegung nicht, da es wußte, daß ihr Wirklichkeitswertf gleich Null sei. England wußte vom Anfang an, daß der Geist des rassenmäßigen Nationalismus und die Sonderbestrebdngen der arabischen und ägyptischen Fürsten den Plan Abdul Hamids zunichte machen werden: Die Bewegung der nationalen Absonderung durch eine große panislamitische Bewegung zu unterdrücken, an deren Spitze ottomanische Khalif en stehen würden. Da aber die panislamitische Bewegung auch als eine geistige Macht bestand und ihre Existenz eine natürliche war (eine mächtige Bewegung von hunderten Millionen Muselmännern, die alle durch eine christliche Herrschaft unterdrückt wurden), war es England genjehm, daß ihre Bufidiesgjenossen, die Muselmanen von Indien, die Hauptanführer dieser Bewegung seien, und des* Einfluß Englands innerhalb der Muselmanen des westlichen Asiens stärkten» Dies war die britische Politik in der muselmanischen Welt bis zum Weltkrieg. Die Führung dieser Politik hat sich an England während des Weltkrieges sehr gerächt, noch mehr aber am Schlüsse desselben. Die indischen Muselmanen betrachteten sich als von England betrogen, welches ja gegen die Türkei gekämpft hatte und zum Hauptfaktor für deren Auflösung geworden war. Während die Araber, durch England ermuntert, den ottomanischen •Khalifen abwiesen als einen Feind der entstehenden nationalen arabischen Bewegung, blieben die indischen Muselmanen als einzige diesem Khalifenhaus treu. Und so sehen wir nach dem Kriege, daß die beiden Brüder Ali durch den britischen Vizekönig ins Gefängnis geworfen werden. Die muselmanische Empörung trieb sie in die Arme Ghandis, der Vorsitzender des indischen Kongresses war. welcher gegen die Verletzung ides ottomanischen Khalifats durch England protestierte. Aber andere Faktoren ernüchterten die stürmenden Brüder Ali und sie kehrten in den allumfassende/n Schoß Britanniens zurück. Die Muselmanen selbst und in erster Linie dienationalen Türken und die Araber waren es, welche mehr als die anderen die anationale panislamitische Front sprengten. England half nur hie und da mit und freute sich dabei. Die muselmanisch-britische Bilanz für die ersten Jahre nach dem Kriege war positiv. Abgesehen vom entfernten Amerika blieb England die beliebteste Großmacht innerhalb der muselmanischen Welt. Inzwischen aber traten große Aenderungein ein. Die verschiedenen Bande, welche die Dominions an die englischen Metropole knüpften, wurden nach dem Kriege geschwächt (besonders in der Politik und der Wirtschaft). Und Herrschaft über die Weltstraßen, zu Wasser und zu Lande, ist jetzt der stärkste Faktor, der das Imperium zusammenhält. Im Verhältnis zu Australien zum Beispiel, das uns im Zusammenhange mit unserem Thema interessiert (der Weg zu diesem Erdteil von der Metropole London führt über musel-» manische Gebiete), ist es die Etage der freien Verbindung, welche über dessen" Zusammenhang mit England entscheidet. Und die muselmanischen Völker haberi die wichtigsten Verbindungsstraßen Englands gegenwärtig inner Den Weg nach Australien, zu den Inseln des Stillen Ozeans, zu Ostasien im allgemeinen und nach Indien im besonderen. Und während England aus dem Weltkrieg, hervorging, beraubt der Krone: die mächtigste Weltmacht in jeder Hinsicht zu sein, erstanden ihm im Osten zwei gefährliche Feinde: Das Erwachen der

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