Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Drei Zählungen
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
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der Arbeitslohn betrug 658.617 Pfund, die Zahl der gebrauchten PS 10.068. Die angegebene Kapitalsumme enthält nicht die Grundkapitalien von zwei der größten Unternehmungen, die 1929 erst im Bau waren: Die der Jordan- und Toten-Meer-Konzession mit 1,000.000 Pfund, respektive 400.00 Grundkapital (beide Betriebe beschäftigten 1930 zirka 1000 Arbeiter), ferner einige Unternehmungen, die 1930 erst oder erst wieder eröffnet wurden, darunter die Tel-Aviver Silikat-Fabrik. Vergleicht man die Ergebnisse mit denen der Regierungszählung von 1927, soweit ein solcher Vergleich möglich ist, so ergibt sich, daß die jüdische Industrie sowohl dem Kapital wie der Zahl der Beschäftigten nach zirka 65 bis 70 Prozent der Gesamtindustrie umfaßt. (Mit Beginn der Arbeiten am Toten Meer und am Jordan verschiebt sich das Verhältnis noch stärker zugunsten der jüdischen Industrie.) Von Bedeutung ist noch, daß die jüdische Industrie zum größten Teil eine Schöpfung der letzten zehn Jahre ist: Nach freilich nicht direkt vergleichbaren Zählungen beschäftigten jüdische Industrie und Handwerk 1923: 2331, 1925: 5710, 1929: 10.700 Meeschen, während das Kapital von 478.000 Pfund (1921/22),auf 966.000 Pfund (1923) und 1929 auf 2 bis 2.5 Millionen Pfund (ohne Ruthenberg- und Tote-Meer-Werke) stieg. Nur 13.8 Prozent der gezählten Betriebe (17.5 Prozent des Personals und 29.1 Prozent des Kapitals) existierten vor 1920. Von 10.163 beschäftigten Personen in den gezählten Betrieben waren 4994 Lohnarbeiter und 1164 Lohnarbeiterinnen, zusammen 6158, — 60.6 Prozent des beschäftigten Personals. Zieht man nur die gezählten Betriebe in Betracht (mit 10.163 Beschäftigten), so steht, entgegen vielfachen anderweitigen Mutmaßungen, bis heute Tel-Aviv mit 4886 Beschäftigten bei weitem an erster Stelle; in weitem Abstand folgen Jerusalem mit 2786, Haifa mit 1069, sonstige städtische Plätze mit 881 und die Kolonien und sonstige Plätze mit 841 Beschäftigten. Betrachtet man dagegen das investierte Kapital auch der Betriebe«, die nicht gezählt wurden („Nescher", „Schemen", Rutheniberg Tote-Meer-Kojizession), so treten in dieser Hinsicht Haifa und sonstige Plätze an die Stelle von Tel-Aviv (aber nicht, was die Zahl der Beschäftigten betrifft). Wie bekannt, ist Tel-Aviv mehr die Stadfc mittlerer und kleinerer Betriebe (993 an Zahl), während in Haifa sieh eine viel geringere Zahl, aber größerer Betriebe konzentrieren. Was schließlich die Arten von Industrie und Handwerk betrifft, so steht an erster Stelle die Lebensmittelindustrie (1585 Beschäftigte, 483.972 Pfund Kapital); dann folgen die Metallindustrie (1552 Beschäftigte, 136.493 Pfund Kapital); die Bekleidungsindustrie (1487 Beschäftigte, 73.588 Pfund Kapital); die Holzindustrie (1122 Beschäftigte, 96.293 Pfund Kapital); die Textilindustrie (655 Beschäftigte, 117.172 Pfund Kapital); die Druckerei- und Papierindustrie (1055 Beschäftigte, 146.282 Pfund Kapital); weiterhin die chemische unä die Steinindustrie (je zirka 100.000 Pfund Kapital und 344, resp. 629 Beschäftigte). Die Untersuchung enthält in insgesamt 62 Tabellen noch detaillierte Angaben über die Verteilung in der Industrie nach Orten, Größe, Kapital- und Kraftstromverteilung usw., die wir hier aus Raummangel übergehen. Ueber die wirtschaftliche Lage der Industrien erhalten wir, wie bei sta* tistischen Aufnahmen verständlich, keinerlei Angaben; allein es kann heute mit Gewißheit behauptet werden, daß die jüdische Industrie seit 1929 trotz aller Hindernisse sich stark basiert hat, was seinen Ausdruck zum Beispiel in der Einstellung neuer Arbeiter in vielen Zweigen gefunden hat. Jüdische Industrie und Handwerk (ohne Bau- und Transportgewerbe) geben heute zirka 35.000