Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Drei Zählungen
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Menschen in Erez-Israel Brot; Landwirtschaft, Industrie und Handwerk, inklusive Transport- und Baugewerbe zirka 100.000 Menschen — 60 Prozent des Jischuws, abgesehen von denen, die indirekt ihre wirtschaftliche Existenz diesen Berufen verdanken. Diese Ziffern zeigen die gesunde Struktur des1 neuen jüdischen Palästina zur Genüge. C. Die Arbeiterzählung. In Palästina kommt den Arbeiterzählungen besondere Bedeutung zu, 1., weil sie einen an Zahl wie an Organisation besonders wichtigen Bevölkerungsteil umfassen (30 bis 35 Prozent der jüdischen Bevölkerung gehören dem Lohnarbeiterstand an); 2., weil dank der Tatsache, daß die Arbeiterschaft besonders gut organisiert ist, hier am ersten in statistischer Hinsicht brauchbares Vergleichsmaterial aus früheren Jahren vorliegt; 3., weil dieses Material über so wichtige Fragen, wie Lebenshaltung eines großen Teils der Bevölkerung, über Lohnstandard in Industrie und Landwirtschaft, sowie Familienschlichtung- und Verhältnisse orientiert (worüber aus anderen Bevölkerungsschichten kein Material vorliegt). Die Zählung vom März 1930, die zusammen mit der statistischen Abteilung der „Allgemeinen Arbeiterorganisation" durchgeführt wurde, umfaßte alle Lohn- und Gehaltsempfänger in Dorf und Stadt, Arbeiter und Angestellte. tDer Zählung sind die Ergebnisse einiger Sonderuntersuohungen über die Zahl arabischer Arbeiter in einigen jüdischen Kolonien, sowie über die der jüdischen Beamten in den Regierungsämtern und der jüdischen und arabischen Arbeiter in den öffentlichen Arbeiten der Regierung beigefügt. *) Die Zählung ergab, daß sich 23.830 Lohnarbeiter in Dorf und Stadt befanden (außer damals zirka 500 Arbeitslosen), von ihnen 15.530 in den größeren Städten, 565 am Toten Meer und bei den Ruthenber-Arbeiten, der Rest (7735) in den jüdischen Kolonien. 18.021 sind Arbeiter, 5754 Arbeiterinnen (bei 55 war die Geschlechtszugehörigkeit nicht feststellbar). Von Allgemeininteresse sind die Angaben über Familienschichtung und Kinderzahl. Es handelt sich auch heute noch um eine Arbeiterschaft von verhältnismäßig jugendlicher Alterzusammensetzung: 51.4 Prozent sind im Alter von 21 bis 30 Jahren (im Jahre 1926: 40.6 Prozent). Die palästinensische Arbeiterbevölkerung wird durch Einwanderung ständig verjüngt. 49,4 der Arbeiter sind verlheiratet, eine nicht unbedeutende Steigerfung gegenüber 1926, besonders in den Städten, wo* der Prozentsatz der Verheirateten von 54 auf 65 Prozent stieg; immer ist die Zahl der Unverheirateten in den Kolonien, dem Aufnahmereservoir der Neueinwanderer, viel größer als in den Städten. Was die Kinderzahl anbetrifft, so gibt die Tabelle 65 merkwürdigerweise nicht die Zahl der Familien ohne Kinder an (zirka 1355 von zirka 8600 im Ganzen gleich 16 Prozent). Im Jahre 1926 betrug die Zahl der kinderlosen Familien noch 38 Prozent. Zirka 70 Pro- *) Anm. d. Red. Wir haben im letzten Hefte eine ausführliche Abhandlung über die Verhältnisse der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas nach einer jüngeren Zählung veröffentlicht, die 30.060 Mitglieder der Histadruth umfaßte. Immerhin sind die dort nicht bearbeiteten Gesichtspunkte, wie Familienstand, früherer Berufe, Schichtung im Vergleich mit der Diaspora usw. aus der älteren Zählung von solchem Interesse, daß wir die nachstehende Uebersicht über die Untersuchung der Jewish Agency trotzdem veröffentlichen.