Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Zur Agrarfrage in Palästina
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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Pfund per Jahr und dieses Einkommen soll seinen und seiner von sechs Köpfen bestehenden Familie Unterhalt decken. Das Einkommen des Pächters ist noch kleiner und wird auf 20 Pfund nacW Abzug des Pachtzinses geschätzt. Die Kalkulation wird von Simson auf Grund der niedrigen Preise des Jahres 1929 revidiert und auf 11.800 Pfund für den selbständigen Fellachen und 3.600 für den Pächter geschätzt. Wilkanski stellt ein höheres Einkommen fest, das für den unabhängigen Fellachen (inklusive Arbeitslohn für ihn und seine Familie) 50*60 Pfund jährlich betragen soll. All diese Berechnungen zeigen, daß das Einkommen des Fellachen die Höhe der Löhne, die in Palästina gezahlt werden, nicht erreicht. Die Lohnkommission, die durch die palästinensische Regierung im Jahre 1927 ernannt wurde, beendigte im Mai 1928 ihre Arbeit. Es stellte für die nichtqualifizierte arabische Arbeit folgende zwei Kategorien fest: Arabische Landarbeiter, die Löhne von 120 bis 150 Müs per Tag erhalten. Arabische Stadtarbeiter, die Löhne von 140 bis 170 Müs per Tag erhalten. Der Fellache in den Ländern des Nahen Ostens fällt den neuen Bedingungen zum Opfer, die hauptsächlich durch die Weltkrise in der Landwirtschaft, auf die wir noch weiter zurückkommen werden, und die Entwicklung moderner Wirtschaft verursacht wurden. Diese Lage wird durch einige besondere Umstände, wie das System der Bodenverteüung und des Bodeneigentums, die Steuerlast, Verschuldung usw. verschärft. Dank diesen Umständen verliert der Kleinbauer seinen Besitz, der durch die großen Latifundien aufgesaugt wird. So wird das Problem der Wirtschaftseinheit und der Klasse der Landlosen weiter kompliziert und kann nur dann befriedigend gelöst werden, wenn die Ursachen des Niederganges Her Landwirtschaft in den Ländern des Nahen Ostens und der Zerbröckelung des Mittel- und Kleinbesitzes erklärt werden. II. Die Frage ist, wie wirkt sich dieser Prozeß aus? Welche unheilvollen Folgen zogen im Laufe der letzten fünfzig Jahre die unvermeidliche Modernisierung der Wirtschaft der Länder des Nahen Ostens und der Import des Kapitals nach sich? Das Dorf in Palästina und in Syrien bildete noch vor kurzer Zeit eine halbfeudale und last geschlossene wirtschaftliche Einheit. Der