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Palästina · 1931-12-01 · Heft 12 (Dezember 1931) · p. Seite 462

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 12 (Dezember 1931)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. Arje Tartakower, Lodz.
Date
1931-12-01
Page
Seite 462 (sequence 7)
Language
German
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sieren, als die Beamten in den nationalen Institutionen und in den Banken. Als ein weiteres komplizierendes Moment gesellt sich noch die allgemeine Geringschätzung im Lande (auch seitens der Arbeiterschaft) dem Beamten gegenüber hinzu, in dem man zumeist etwas Minderwertiges sieht, so daß der Name „Pakid" (Beamter) oft in Palästina geradezu als Schimpfwort gilt. Trotz all dieser Schwierigkeiten ist aber der Organisierungsprozeß des „Stellkragenproletariats" in Palästina letztens doch ins Rollen gekommen. Die allgemeine Beamtenorganisation, die der Histadruth angeschlossen bleibt, umfaßt gegenwärtig zirka 1500 Mitglieder, hievon allerdings fast die Hälfte Beamte der nationalen Institutionen, doch ist auch die Zahl der Angestellten in Privatbetrieben im stetem Wachsen begriffen. Die Organisation hat Sektionen in den drei bedeutendsten Städten (Jerusalem, Tel-Aviv und Haifa), außerdem auch im Emek und Petaeh Tikvah ins Leben gerufen, sie führt eine lebhafte gewerkschaftliche Tätigkeit (insbesondere auf dem Gebiet der Kündigungen, der Festsetzung der Sperrstunde und des Arbeitsvermittlüngswesens), auch den Versuch gemacht, ein eigenes Organ herauszugeben und mit den leitenden Organen der Histadruth in näheren Kontakt zu kommen. Die äußerst schwere Situation der Beamten (insbesondere der niedrigeren Kategorien), die durch den großen Abbau der letzten Monate noch mehr kompliziert worden ist, verlangt eine große Anspannung djer Kräfte der jungen Organisation. Auch sie tritt im Dezember zu einer Landeskonferenz zusammen, die vor den Augen der Oeffentlichkeit die Tragödie des Beamtendaseins in Palästina aufzurollen und über die weiteren Organisierungsmaßnahmen zu beschließen haben wird. Zur Arbeitslage. Im schweren Existenzkampf des jüdischen Arbeiters in Palästina sind in den letzten Monaten Aenderungen eingetreten, deren Bedeutung gegenwärtig zum Teil noch gar nicht abzusehen ist. Die Arbeitslosigkeit im Lande ist allerdings nicht groß, relativ viel kleiner als in den vorigen Jahren, geringer auch als in den andepren Ländern. Die Zahl der Arbeitslosen, die nodh im Mai d. J. zirka 2900 (hievon 900 nur zum Teil Arbeitslose) ausgemacht hatte, sank dann im Zusammenhang mit der Organisierung einer Reihe von öffentlichen Arbeiten bis auf 2000, stieg allerdings Ende Oktober wiederum auf 2400 an, für die nun gesorgt werden muß. Die Exekutive der Histadruth führt gegenwärtig Unterhandlungen mit der Regierung, mit der Exekutive der Jewish Agency und mit der Leitung der Pica, um die Beschäftigung eines Teils der Arbeitslosen bei öffentlichen Arbeiten sicherzustellen, insbesondere wird die Regierung an ihr im Mac Donald-Brief gegebenes Versprechen erinnert, den jüdischen Arbeitern einen gereichten Anteil bei den öffentlichen Arbeiten zu gewähren. In den Städten sind die Aussichten im Zusammenhang mit der ansteigenden Baubewegung, die viel stärker als im Vorjahjre zu sein verspricht, wenigstens für die Bauarbeiter ziemlich günstig, doch bleibt ungelöst das Problem der nichtqualifizierten Arbeitslosen, sowie das viel kompliziertere der Arbeitslosen in den Kolonien, deren Zahl an die Tausend heranreicht. Die ewige Tragödie der Koloniearbeiterschaft wiederholt sich gegenwärtig im Zusammenhang mit den Pflückarbeiten aufs Neue. Wohl sind im Lauf der letzten Jahre in die Kolonien mehrere Tausende jüdische Arbeiter (zumeist aus der fünften Alijah) einger

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