Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1931)
- Article
- Der wirtschaftliche Aufbau der Stadt Jerusalem
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 441 (sequence 5)
- Language
- German
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-Moschee und der anderen mohammedanischen Anstalten Unterhalt ZJi4X zu geben. Die Ausgaben der Wakf-Administration, die nach dem Kriege als autonome Verwaltung für Palästina mit dem Sitz in Jerusalem neu organisiert wurde, belaufen sich jetzt auf 30.000 bis 40.000 Pfund pro Jahr, von denen 15.000 bis 20.000 Pfund allein in Jerusalem für Gehälter, Instandhaltung der Moscheen usw. ausgegeben werden. Die Regelmäßigkeit dieser Einnahmen der Wakf- Administration, die in den Erträgen wakfierten landwirtschaftlichen und städtischen Immobiliareigentums begründet ist, hat hier im Laufe der Jahrhunderte eine abhängige Pfründnerschicht geschaffen, deren Interessen mit denen der Wakf-Leitung identisch geworden sind. Schließlich haben sich auch für die christlichen Gemeinschaften in Jerusalem, wenn im einzelnen natürlich mit Modifikationen, im Laufe der Zeit ähnliche Verhältnisse herausgebildet.6) Die vielen Hunderte von christlichen Klöstern und Missionsanstalten gewährten den Angehörigen ihrer Gemeinschaften neben den unentgeltlichen kulturellen und fürsorgerischen Leistungen (Schulen, Hospitäler, Internate) oft noch wesentliche materielle Unterstützung. Nur in wenigen Fällen sind die Mittel für die Gewährung dieser Leistungen in eigenen landwirtschaftlichen oder gewerblichen Betrieben der Anstalten gewonnen worden. Die meisten Klöster und Ordensgemeinschaften werden seit alten Zeiten durch Geldspenden aus dem Ausland erhalten oder jedenfalls weitgehend unterstützt, wobei auch beträchtliche einmalige Zuweisungen reicher Pilger und fürstlicher Wallfahrer eine Rolle spielten. Die jährlichen Einnahmen der katholischen Terra Santa-Institutionen aus Europa wurden zum Beispiel um das Jahr 1840 bereits auf 12.000 bis 15.000 Pfund geschätzt. An Umf ang und Tätigkeit ihrer Anstalten und damit auch an wirtschaftlicher Bedeutung ragte die griechisch-orthodoxe Kirche, die größte kirchliche Gemeinschaft Jerusalems, weit über die anderen hinaus. Durch den wirtschaftlichen Zusammenbruch der Patriarchatsverwaltung am Ende des Krieges und die daraufhin erfolgte Einsetzung einer Untersuchungskommission sind über die wirtschaftliche Struktur dieser Gemeinschaft instruktive Ziffern bekannt geworden. Die Einnahmen des Patriarchats stamm- 6) Die wirtschaftlich aktive Templerkolonie in Jerusalem nimmt hier eine Sonderstellung ein, auf die im Rahmen dieser Betrachtung nicht näher eingegangen werden kann.