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Palästina · 1931-12-01 · Heft 12 (Dezember 1931) · p. Seite 440

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 12 (Dezember 1931)
Article
Der wirtschaftliche Aufbau der Stadt Jerusalem
Date
1931-12-01
Page
Seite 440 (sequence 4)
Language
German
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Luncz für einzelne Kollelim eine Kopfquote von 240 Francs für Einzelpersonen, 360 Francs für Paare und 80 Francs für Kinder, — für Knaben wurde bis zum 13. Lebensjahr, für Mädchen bis zu ihrer Verheiratung Chaluka ausbezahlt — angegeben.5) Die Mißbräuche, die mit dem System der Chaluka unvermeidlich verbunden waren, haben zu verschiedenen, nicht erfolglosen Reformversuchen geführt, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann. Das Bild, das uns die Existenzverhältnisse der Juden Jerusalems in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts bieten, ist jedenfalls verschieden von dem, das noch um die Mitte des Jahrhunderts vorlag. Unter dem Einfluß der Bemühungen verschiedener Philantropen, den ersten Auswirkungen der zionistischen Idee, und Hand in Hand mit der steigenden Einwanderung, vollzog sich langsam eine Wandlung in der Struktur der Berufsverhältnisse der jüdischen Bevölkerung Jerusalems. Diese Entwicklung hat sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts fortgesetzt; in den spärlichen statistischen Feststellungen, die für jene Zeit vorliegen, heben sich die produktiveren Elemente schon von den völlig von Unterstützung Lebenden ab. Der Prozentsatz der Handwerker, Arbeiter und Kaufleute, die unabhängig von Unterstützung leben konnten, war jedoch gering im Verglecih zu dem Anteil, den die produktive jüdische Bevölkerung vor dem Kriege bereits in den Städten Jaffa, Tel-Aviv und Haifa bildete. Auch unter dem Großteil der nichtjüdischen Bevölkerung der Stadt lagen die Verhältnisse bis zur Gegenwart vielfach ähnlich. Den führenden mohammedanischen Familien der Stadt standen wohl ländliche und städtische Grundbesitzerrevenuen zur Verfügung. Einige traditionelle einheimische Industrien, wie Müllerei, Oelpressen, das entwickelte Bauhandwerk und ähnliches, gaben einer nicht unerheblichen Anzahl von Arbeitskräften, teils das ganze Jahr über, teils saisonweise Beschäftigung. Im übrigen mußte aber ein großer Teil der Wakuf-Einnahmen des Landes dazu dienen, in Jerusalem, als dem Sitz des Haram, den zahlreichen Lehrern, Geistlichen und Bediensteten der Omar- 5) Der Anspruch auf die Chaluka, der ursprünglich jedem nach Jerusalem übersiedelten Juden zustand, hatte inzwischen den Charakter eines Prioritätsrechtes angenommen, das von den Berechtigten eifersüchtig gegen Schmälerung durch neu Hinzutretende, die gleichfalls Ansprüche anmeldeten, verteidigt wurde. Die Sorge um die Sicherung dieses Rechtes mag bei vielen Empfängern mitgespielt haben, die Leistungen der Chaluka au}ch dann n^och in Anspruch zu nehmen, als ihnen bereits andere Existenzquellen zur Verfügung standen.

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