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Palästina · 1931-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1931) · p. Seite 406

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1931)
Article
Möglichkeiten der Privatwirtschaft
Date
1931-10-01
Page
Seite 406 (sequence 5)
Language
German
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Angesichts der dauerndein Einwanderung mittelständlerischer Kreise, insbesondere aus Amerika, und der dadurch bedingten Nachfrage nach modernen Wohnungen ist eine Kapitalsanlage in guten Neubauwohnungen als ein sicheres und rentables Unternehmen zu bezeichnen. Aus eben diesem Grunde stellen auch die Pfandbriefe der General Mortgage Bank for Palestine eine beachtliche Kapitalsanlage dar. Sie werden zum Kux^se von 98 Prozent ausgegeben und bringen 7 Prozent Zinsen. Die Bank gilt mit Recht als ein gut fundiertes und sicheres Unternehmen und es ist recht bedauerlich, daß mangelnde Propaganda einerseits und mangelndes Zutrauen in die palästinensische Situation andererseits sie nicht in den Stand gesetzt haben, ihrer überaus wichtigen Aufgabe in weit größerem Maße nachkommen zu können als bisher. Auch die Tprozentigen auf Dollar lautenden Obligationen der P. L. D. C. sind ein gutes Anlagepapier, um so mehr, als sie beim Kauf von Boden durch die P. L. D. C. in Zahlung genommen werden. Ueberhaupt ist immer ein Markt für Hypothekengeld vorhanden. Erste Hypotheken erbringen durchschnittlieh 8 Prozent. Angesichts der Lage des Baumarktes ist auch der Erwerb von städtischen Bodenparzellen eine Investition, die sich auf die Dauer bezahlt machen wird. Ich komme zu der Frage der Existenzführung in Palästina auf pirvatwirtschaftlicher Grundlage. Gibt es Existenzmöglichkeiten für Auswanderer? Ich muß natürlich bei der Beantwortung dieser Frage sehr vorsichtig sein. Ich will nicht leichtfertig eine Auswanderung entfachen. Bei der Beurteilung von Existenzmöglichkeiten in einem neuen Lande kommt es mehr noch als bei einer in gewohnter Umgebung auf die Eigenschaften des Einzelnen selbst an. Existenz in einem fremden Lande verlangt immer und überall letzten Fleiß, stärkste Anpassungsfähigkeit und die Eignung zu einfacher und bescheidener Lebenshaltung. Das trifft für Palästina genau so zu, aber es ist ein Irrtum, wenn man sagt, daß in Palästina in dieser Hinsicht besonders strenge Bedingungen, herrschen. Die klimatischen Verhältnisse des Landes sind gut und seine zivilisatorischen sind seit der zionistischen Invasion von Jahr zu Jahr besser geworden und unterscheiden sich in den Städten überhaupt und auf dem Lande an vielen Punkten kaum noch von den durchschnittlichen Lebensbedingungen entwickelter Staaten Europas. Gesellschaftlich herrschen angenehme Verhältnisse; Palästina ist ein oder das Land, wo der Handarbeiter nicht sozial disqualifiziert ist und das erzeugt eine einfache Lebenshaltung. Wirtschaftlich wird offener Blick, Fähigkeit der Ergreifung der Chance, Eignung zur Umstellung auf neuartige Verhältnisse, sagen wir: eine labilere Einstellung verlangt als sie der bereits allzu fest in überkommenen Wirtschafts Verhältnissen verankerte westliche Jude gewöhnlich aufweist. Aber inzwischen hat sich hier ja auch einiges geändert und wie viele Umstellungen sind nötig geworden untd wie viel Vorurteile hat man auch hier begraben gelernt. Ich glauhe, ich übertreibe eher zu Ungunsten Palästinas, wenn ich die Antwort auf die Frage nach der Existenzmöglichkeit für einen deutschen Juden in Palästina so formuliere: Das Risiko hinüberzugehen ist nicht größer als das Risiko hiejr zu bleiben. Eins aber hat Palästina vor dem Zentraleuropa von heute voraus: Es hat noch Aussichten. Drüben kann man wenigstens nocjh hoffen, ehrlicherweise eine neue Existenzmöglichkeit zu finden und einige dieser Möglichkeiten möchte ich hier

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