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Palästina · 1931-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1931) · p. Seite 399

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1931)
Article
Organisation, Arbeitsbedingungen, Lohn- und Lebensverhältnisse der jüdischen Arbeiter Palästinas
Date
1931-10-01
Page
Seite 399 (sequence 5)
Language
German
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Alles in allem hat man den Eindruck, daß die gewerkschaftlichen Organisationen der Frauen in den Städtön noch weitgejhejid ausgebaut werden können. Die Arbeitsbedingungen der jüdischen Arbeiter in der palästinensischen Industrie. Am 1. Jänner 1931 wurde vom Statistischen Amt der Histadrutjh eine Betriebszählung vorgenommen, die eine Ermittlung der Arbeitsbedingungen der in den erfaßten Betrieben beschäftigte^ jüdischen Arbeiter zum Ziele hatte. Das veröffentlichte Material ist nicht vollständig, da es noch im Hinblick auf jährlichen Urlaub, die Beziehung des Arbeitsgebers zu Gewerkschaft und Betriebsrat, Kranken- und Unfallversicherung usw. bearbeitet wird. Die Ermittlung erstreckt sich auf 96 Betriebe mit insgesamt 3161 jüdischen Arbeitern (die in den Betrieben beschäftigten Beamten sind nicht mitgezählt),, was etwas weniger als 50 Prozent aller in Industrie und Handwerk und 96 Prozent aller in den mittleren und großen Fabriksunternehmungen tätigen jüdischen Arbeiter ausmacht. Alle diese Betriebe beschäftigen mindestens 7 bis 8 Arbeiter, nur 10 sind darunter mit 4 bis 5 Arbeitern (einige kleinere Druckereien. Schuh- und Schneiderwerkstätten). Der größte Betrieb ist die Zementfabrik „Nescher" mit 261 Arbeitern. In diesen 96 Betrieben arbeiten auch 1370 Araber. Nach der Art der Produktion zerfallen die Betriebe^ in folgende Gruppen: Metallindustrie 11, Elektrizitätsindustrie 5, Holzverarbeitung 10, Baumaterial 6, Chemische Industrie 2, Lebensmittelindustrie 15, Druckereien 15, Textil 9, Bekleidung 12, Lederindustrie 4, Kartonage 2, Zigaretten 2. Verschiedene andere Industrien 3, insgesamt 96 Betriebe. Die Metallindustrie umfaßt auch die Eisenbajinwerkstätten in Haifa, die Lebensmittelindustrie auch den Weinkeller in Rischon le Zion und die Salzgesellschaft in Atlit. Nicht uninteressant ist die Feststellung, daß es soviel Druckereien gibt, als Betriebe zur Lebensmittelversorgung. Die größte Anzahl von Arbeitern (462) beschäftigt die Gruppe für Baumaterial, dann folgt die Metallindustrie mit 415 Arbeitern, die Elektrizität (uofaßt auch das Ruthenbergwerk) mit 316 und die Chemische Industrie (umfaßt auch das Werk am Toten Meer) mit 318 Arbeitern, usw. Nur 92,8 Prozent aller Arbeiter ist gewerkschaftlich organisiert, wobei der Prozentsatz der unorganisierten männlichen Bediensteten (7,3 Prozent) etwas« größer ist als bei den weiblichen Bediensteten (bloß 7 Prozent). Arbeitszeit. Von den 3161 Arbeitern haben 89 Prozent eine Arbeitswoche bis 48 Stunden. Ein Betrieb in Tel-Aviv mit 19 Arbeitern, ein anderer in Jerusalem mit 10 Arbeitern haben eine Arbeitswoche von nur 35, beziehungsweise 40 Stunden. 7 Betriebe mit 151 und 26 Betriebe mit 1049 Arbeitern haben eine 46-, beziehungsweise 47-Stundenwoche. Die größte Zahl (1486) arbeitet 48 Stunden in dr Woche. Neun Betriebe mit insgesamt 251 Arbeitern arbeiten 50 bis 54 Stunden in der Woche. 1928 Arbeiter (das sind 61 Prozent) arbeiten an den dem Sabbath und den Feiertagen vorangehenden Werktagen nur 4 bis 7 Stunden. Der Achtstundentag erstreckt sich auf 2181 (69 Prozent), 895 (28,3 Prozent) Arbeiter arbeiten bis zu 9 Stunden am Tage.

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