Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1931)
- Article
- Organisation, Arbeitsbedingungen, Lohn- und Lebensverhältnisse der jüdischen Arbeiter Palästinas
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 398 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379892-2379898-2394208--12741-2394371- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 2× ep/1047930
OCR text
hajarden (Ruthenbergwerk), durch den Hafen und die Industrie, die sich hier in den nächsten Jahren konzentrieren wird. Haifa ist die große Hoffnung. Jerusalem ist der Ort der Steinmetze und Steinhauer und das Hinterland für die Arbeiter am Toten Meer. Jerusalem und Tel-Aviv konzentrieren auch die überwiegende Mehrzahl der Beamtenorganisation (im ganzen Lande sind 1301 Beamte organisiert, in diesen beiden Städten allein 979). Tdl-Aviv ist auch der Sitz der Textilindustrie, die sich allerdings erst in den Anlangen befindet und« im ganzen vorläufig nur 293 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt. Die große wirtschaftliche Bedeutung Tel-Avivs liegt unter anderem auch darin, daß es mitten in der Pflanzungszone einen wichtigen Transportknotenpunkt abgibt. In diesen drei Städten ist fast die gleiche Zahl von Bauun(5 Holzarbeitern beschäftigt, (durchschnittlich rund 400, beziehungsweise 200), wogegen in der Metall- und Elektrizitätsbranche Tel-Aviv mit 477 gegenüber 171 in Haifa und 239 in Jerusalem an erster Stelle steht. Der Organisation der Eisenbahn- und Postangestellten, die 800 Mitglieder zählt, kommt eine große Bedeutung zu, weil sie auch Araber (300) umfaßt. Der jüdisch-arabische Arbeiterklub in Haifa ist ein sehr wertvoller Anfang zur Anbahnung von freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem jüdischen und arabischen Proletariat. Die wichtigsten Fachorganisationen in den Städten sind: die der Bau-, Metall- und Holzarbeiter (1494, beziehungsweise 959 und 736 Mitglieder), ferner die schon erwähnte Beamtenorganisation, Kutscher und Chauffeure (615), Bäckereiarbeiter (241) und Drucker(390) usw. Die Arbeiterin in Stadt und Land. Von den 4384 Arbeiterinnen, die in der Histadruth erfaßt sind, leben 1780! (41 Prozent) in den Städten, 2604 (59 Prozent) in den Kolonien und Meschakim, Wir sehen also ein deutliches Ueberwiegen der Landair beiterin. Demgegenüber sind 5227 Arbeiterfrauen in der Stadt nur im eigenem Haushalt tätig, in den Kolonien 1560. Wir haben dafür oben eine Erklärung gegelben. Diese Kategorie von Arbeiterfrauen fehlt im Meschek der Kwuzah völlig: Dort ist die Frau Arbeiterin, der alle Zweige der Wirtschaft offen stehen, die an allem Geschehen im gesellschaftlichen und kulturellen Leben regen Anteil nimmt. Die Familienbildung erfolgt nicht unter dem Gesichtspunkte wirtschaftlicher Erwägungen, die Geburtenzahl steht im Einklang mit der fortschreitenden Konsolidierung der Wirtschaften. So ersehen wir aus der bereits zitierten Statistik über die 24 wichtigsten Kwuzoth, daß 54.7 Prozent aller ihrer Mitglieder Familien bilden und von den 624 Kindern sind nur 10 im Alter von 15 und 16 Jahren; die überwiegende Mehrzahl (539) ist im Alter bis zu 6 Jaliren; davon 177 im Alter bis zu einem Jahre. In der Stadt gibt es eine Anzahl von Berufen, in denen die Frau mehr beschäftigt wird als der Mann; so in der Weberei (169 Firauen, 1245 Männärj), beim Hotel- und Restaurationspersonal (177 Frauen, 79 Männer), in der Krankenpflege (375 Frauen, 102 Männer). Interessant ist, daß bei den Nadelarbeitern die Frau in der Minderheit ist (1118 Frauen, dagegen 187 Männer). Wenn im ganzen Lande nur 128 Hausgehilfinnen organisert sind, so deutet das darauf hin, daß bisher nur eine kleine Zahl von ihnen erfaßt wurde. Es fällt auf, daß nicht eine einzige Kindergärtnerin und Lehrerin in der Histadruth organisiert ist (die Sektion der Lehrer umfaßt bloß 103 Mitglieder).