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Palästina · 1931-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1931) · p. Seite 396

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1931)
Article
Organisation, Arbeitsbedingungen, Lohn- und Lebensverhältnisse der jüdischen Arbeiter Palästinas
Date
1931-10-01
Page
Seite 396 (sequence 2)
Language
German
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ganzen bloß 1500 Mitglieder hat, umfaßt die Organisation der Landarbeiter allein mehr als 11.000. Wir stehen also vor der in jeder Hinsicht bemerkens« werten Erscheinung, daß die Arbeiter vom Lande (das sind aber nicht nur die landwirtschaftlichen Arbeiter) den größten Einfluß in der palästinensischen Arbeiterschaft haben: sie sind die Pioniere der neuen hebräischen Kultur, einer neuen Lebens- und Wirtschaftsform. Diese Gliederung ist von größter Bedeutung für die Normalisierung des jüdischen Volkes. Wir sind in Palästina auf dem Wege hiezu ein großes Stück weiter gekommen. Nicht uninteressant ist die Feststellung, die wir machen müssen, daß die Zahl der organisierten j u g e n d 1 i c h e n Arbeiter in den Städten gegenüber den Erwachsenen um weitere 17.5 Prozent größer ist, als auf dem Lande: 80 Prozent aller jugendlichen Arbeiter leben in den Städten und nur 20 Prozent in den Kolonien und Mechakim. Auf jeden 14. arabischen Arbeiter kommt ein organisierter jugendlicher Arbeiter, wogegen am Land dies bloß auf jeden 30. Arbeiter der Fall ist (bei den Koloniearbeitern allein auf jeden 44.). Wenn aus dieser Tatsache Rückschlüsse gezogen werden könnten auf die Geburtenzahl der städtischen und der Landarbeiterschaft, so gäbe es für die geringere* Geburtenzahl der Landarbeiter mancherlei Erklärungen; ich halte es für wahrscheinlich, daß in erster Linie dafür die wirtschaftliche schlechtere Lage der Koloniearbeiter maßgebend ist, was auch aus der anderen Tatsache erhellt, daß in der Stadt jeder zweite Arbeiter einen eigenen Haushalt führt, in der Moschawah aber nur jeder dritte. Im allgemeinen dürfte aber auch der Landarbeiter jünger als der städtische Arbeiter sein, — in den 24 wichtigsten kollektivistischen Betrieben (Kwuzoth und Kibbuzim) ist am meisten das Alter von 23 bis 30 Jahren vertreten, führend ihrer Zahl nach; sind die 25jährigen. Das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Kwuzoth (Kibbuzim) und der übrigen Landarbeiterschaft. Die Gegner des kollektivistischen Betriebes (der „Kwuzoth") können heute, sofern sie sich von ehrlicher Sachlichkeit leiten lassen, nicht mehr das Argument von der Unrentabilität dieser Betriebsform anwenden. Die Wirklichkeit widerlegt es. Wenn nun auch dieses Argument nicht mehr stichhältig ist, so sind doch die Gegner der Kwuzajh nicht weniger geworden. In der letzten Zeit wird angeführt, daß die Zahl der in den Kwuzoüh lebenden Arbeiter verschwindend klein ist gegenüber der Gesamtarbeiterschaft, womit offenbar bewiesen werden soll, daß ja die Arbeiter selber gegen die Kwuzah eingestellt sind. Dieses Argument ist naturgemäß sehr einleuchtend, weil es von vornherein eine gründliche Erörterung der Frage ausschließen zu wollen scheint. Es bedarf daher einer sorgfältigen Prüfung. Es ist selbstverständlich, daß nicht die gegenwärtig in den Kwuzoth tätige Anzahl von Arbeitern uns darüber Auskunft geben kann, ob die Arbeiter diese Form für sich beanspruchen oder nicht. Vergessen wir nicht, daß seit fast vier Jahren keine nennenswerte Neukolonisation zu verzeichnen ist. Damit aber kollektivistische Wirtschaften entstehen und die bestehenden weiter ausgebaut werden können, ist Neukolonisation nötig. Damit aber ist gleichzeitig gesagt, daß zum Vergleich nicht herangezogen werden kann, wieviel Tausende von Arbeitern im Verhältnis zur Gesamtarbeiterschaft in den Kwu-

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