Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1931-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1931) · p. Seite 395

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1931)
Article
Organisation, Arbeitsbedingungen, Lohn- und Lebensverhältnisse der jüdischen Arbeiter Palästinas
Date
1931-10-01
Page
Seite 395 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2379786-2379892-2379898-2394208--12738-2394368
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Organisation, Arbeitsbedingungen, Lohn- 395 und Lebensverhältnisse der jüdischen Arbeiter Palästinas. Von Jakob Singer, derzeit Wien. Zweifellos gibt uns eine Darstellung der Organisations- und Lebensverhältnisse der jüdischen Arbeiter Palästinas den deutlichsten Aufschluß über deq Fortschritt unseres Aufbauwerkes. Ein richtiges Bild gewinnen wir am besten durch statistische Ermittlungen, wir können daher dem „Amte der Histadruth für Statistik und Information" dankbar sein, daß es von Zeit zu Zeit in sehr gut redigierten Publikationen wertvolles Zahlenmaterial bekannt gibt. Im Nachfolgenden will ich auf die wesentlichsten Ergebnisse der letzten Veröffentlichung („Sikumim" [„Ergebnisse"] — Nummer 3 — 3. März 1931) eingehen, die für uns wichtigsten Zahlen näher beleuchten und in Beziehimg zueinander bringen. Wachstum der Histadruth. Die „Allgemeine Organisation der jüdischen Arbeiter" (Histadruth) zählte am 1. Jänner 1931 — 30.060 Mitglieder. Im Gründungsjahr der Histadruth, 1920, waren es bloß 4433; in diesen zehn Jahren betrug also das Wachstum 678 Prozent, ist die Histadruth beinahe versiebenfacht wojrden. In diesen zehn Jahren ist sie um zirka 2500 Mitglieder jährlich größer geworden, in den letzten fünf Jahren betrug der durchschnittliche Zuwachs 4000 im Jahre. Dieses ständige Wachstum erklärt sich nicht nur durch die Neueinwanderung von Arbeitern, wenngleich diese natürlich den Hauptfaktor gebildet hat, sondern auch durch Auswertung des Organisationsnetzes, durch Erfassung der jugendlichen Arbeiter- und Arbeiterfrauen *). Die Möglichkeiten der Vergrößerung der Histadruth durch Ausbau ihrer Organisationen sind noch lange nichterschöpft, es dürften noch etwa, (schätzungsweise) 10.000 Arbeiter, besonders aus den orientalischen Gemeinden (Jemeniten) und Jungarbeiter, von der Histadruth nicht erfaßt worden sein. 17.282 (60,8 Prozent) sind Arbeiter, 11.171 (39.2 Prozent) selbständige Arbeiterinnen und Arbeiterfrauen. Von der Arbeiterjugend (1607 Jugendliche unter 18 Jahren) fehlt die Einteilung nach Geschlechtern. Stadt und Land. Die Gliederung nach dem Arbeitsort der Organisierten ergibt folgendes Bild: 18.781 (62.5 Prozent) leben in den Städten, 11.279 (37.5 Prozent) in den Kolonien und Meschakim (Kwuzoth, Kibbuzim und Moschweij-owdim). Die städtischen Arbeiter sind in einer ganzen Reihe von Fachgewerkschaften (im ganzen etwa 26), organisert, wogegen die Arbeiter in den Kolonien und Meschakim nur in einer einzigen, einheitlichen Organisation, der der Landarbeiter (Histadruth chaklait) zusammengefaßt sind. Das macht diese zum entscheidenden und ausschlaggebenden Faktor in der ganzen Histadruth. Während die stärkste städtische Organisation, die der Bauarbeiter, im *) Im letzten Jahre sind allein 1450 neue Mitglieder auf diese Art gewonnen worden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.