Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1931)
- Article
- Der Bericht der britischen Regierung an den Völkerbundrat
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 392 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379892-2379898-2394207--12734-2394365- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
392 Unterstützung sie nichts beigetragen hat. Die Kosten mußten die Juden ganz allein tragen, und dadurch entlasteten sie die Regierung von großen Ausgeben. Seit dem Krieg haben für Gesundheitsdienst die „Hadassah" mehr als 1,200.000 und die Arbeiter-Krankenkasse 300.000 Pfund aufgewendet. Die Regierung hat es brüsk abgelehnt, ihre elementarste Pflicht zu erfüllen, Mittel «für diesen Dienst bereitzustellen. 1930 machte das Budget des Gesundheitsdepartments 105.481 Pfund aus, wovon bloß 2.500 für ein jüdisches Spital (in Tel-Aviv) gegeben wurden. . Es ist auch wohl bekannt, daß die Juden kaum die Regierungsspitäler benützen. Von 19.546 jüdischen Kranken (1930) lagen oder wurden behandelt in Regierungsspitälern bloß 511 und die Mehrzahl davon waren Angestellte der Polizei oder sonstiger Regierungsdienste. Dazu muß bemerkt werden, daß manche jüdische Gesundheitsinstitute der arabischen Bevölkerung freie Behandlung gewähren, wodurch die Ausgaben der Regierung vermindert werden. Im allgemeinen kann gesagt werden, daß der jüdische Anteil am Gesundheitsbudget höchstens 5 Prozent beträgt. In bezug auf die Bekämpfung der Malaria hat der Bericht wieder vergessen, zu erwähnen, was die Juden aus Eigenem geleistet haben. Sie wendeten 300.000 Pfund zur Sanierung der Sümpfe auf, indes die Regierung selbst vergleichsweise wenig auf diesem Gebiete getan hat. Für Landwirtschaft wurden von der Regierung 1930 102.518 Pfund (Vorjahr 76.714) ausgegeben. Der Mehraufwand ist verursacht worden durch die Heuschreckenabwehr. Die Regierung sagt naiverweise: „Die jüdischen Kolonien ziehen Nutzen von allen Diensten des Landwirtschaftsdepartments", als ob sie nicht wüßte, daß auch in diesem Zweig der Verwaltung bloß auf die. Bedürfnisse der Araber Bedacht genommen wird. Nach dem Memorandum, das die jüdische Nationalversammlung in Palästina dem Völkerbund im Jahre 1930 unterbreitete, wendete dieses Department direkt für jüdische Bedürfnisse nicht mehr als 8 bis 9 Prozent ihres Gesamtbudgets auf. Bei der Polizei war die Gesamtzahl der Truppen, Offiziere und Mannschaft Ende 1930: 2720 gegen 2324 im Vorjahr. Die Zunahme entfällt hauptsächlich auf die erhöhte Zahl der britischen Polizeikräfte: 631 gegen 357 im Vorjahr. An dem Verhältnis zwischen arabischen und jüdischen Polizeiangehörigen hat sich nichts geändert: Offiziere Mannschaft Juden Araber Juden Araber 1929 18 66 280 1549 1930 21 70 306 1631 Die Zusammensetzung ist daher: 12 Prozent Juden, 62.5 Prozent Araber, 25.5 Prozent Engländer. Im Jahre 1930 verstärkte die Regierung das britische Element, hielt aber ihr Versprechen, das Verhältnis der Juden zu erhöhen, nicht ein. In der transjor dänischen Grenzmacht waren 1930: 28 Juden von 980 Köpfen gegen 32 von 781 im Vorjahr. Stellen wir zusammen,, was der Jischuw in Form von Diensten und Arbeitslöhnen von den wichtigsten Regierungsdepartments 1930 erhalten hat, so kommen wir auf 44.000 — von insgesamt 865.928 Pfund, die von diesen (öffentliche Arbeiten, Erziehung, Sanität und Landwirtschaft) ausgegeben wurden, in welcher Ziffer 350.000 für Materialien für öffentliche Arbeiten enthalten ist — ein Anteil des Jischub, der außer Verhältnis zu seiner Beitragsleistung zu