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Palästina · 1931-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1931) · p. Seite 337

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1931)
Article
Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
Date
1931-07-01
Page
Seite 337 (sequence 4)
Language
German
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stehen. Der Mehrheitsblotck, bestehend aus Revisionisten, Misraehi und etwa zwei Dritteln der Allgemeinen Zicfnisten, war anfangs bereit, für eine Deklaration, die als Ziel des Zionismus „eine jüdische Mehrheit zu beiden Seiten des Jordan" proklamiert, zu beschließen. Allmählich jedoch geriet dieser Block ins Wanken, insbesondere als aus Palästina telegrapnische Warnungen kamen, der Kongreß möge nicht Gel ins Feuer gießen und die gespannte politische Atmosphäre im Lande nicht noch weiter verschärfen. Diese Telegramme, die keineswegs nur von links gerichteten Elementen ausgingen, taten ihre Wirkung. Die Allgemeinen Zionisten lösten sich von den Revisionisten los und einigten sich mit anderen Teilen des Kongresses auf eine etwas farblose, durch pathetischen Schwulst unwirksame Zieldeklaratiom, die später vom Kongreß gegen die revisionistischen Stimmen angenommen wurde und wohl bald in Vergessenheit geraten wird. Die revisionistische Deklaration wurde dann durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Die Mehrheit hielt es fürt klüger, ihre Anschauung in negativer Form zu äußern, nämlich durch eine Resolution, die Weizmanns Auffassung zurückweist. So hat der Kongreß keineswegs Klarheit geschaffen, sondern nur das Bild des Zusammenschrumpfens großsprecherischer Tapferkeit zu ängstlicher Unaufrichtigkeit geboten. Denn da Weizmanns politisches Programm die einzige denkbare. Alternative zu der revisionistischen Formel bildet, so bleibt völlig unverständlich, welches Zielprogramm eigentlich jene Gruppe vertritt, die sowohl Weizmanns Ansichten ablehnt, als auch den revisionistischen Antrag niederstimmte. Jedem unbefangenen Beobachter muß klar sein, daß, wie von revisionistischer Seite mit vollem Recht betont wurde, die Mehrheit im entscheidenden Moment vor dem offenen Bekenntnis ihrer eigenen Ansichten zurückr schreckte, wodurch jedoch an der Tatsache nichts geändert wird, daß diese Ansichten als die der Mehrheit hervorgetreten sind, was natürlich in der künftigen politischen Entwicklung nicht ohne Wirkung bleiben kann. Weizmann wurde auf dem Kongreß nur von der Arbeiterpartei und von einer Gruppe Allgemeiner Zionisten, die vor allem die englischen, deutschen und tschechoslowakischen Zionisten umfaßte, unterstützt. Die Amerikaner, die eine entscheidende Rolle auf diesem Kongreß spielten, waren in ihrer großen Mehrheit Mitkämpfer des revisionistischen Blocks, nur vier Delegierte (Lipsky- Gruppe) stimmten für Weizmann. An dieser Tatsache wird auch dadurch nichts geändert, daß nach Erreichung des Zieles Dr. Stephen W i s e in einer der J. A. T. übergebenen Erklärung betonte, seine Gruppe sei stets für ein gemäßigtes politisches Programm, für Frieue mit den Arabern und gegen den Revisionismus aufgetreten, Erklärungen, die mit ihrer Haltung auf dem Kongreß schwer in Einklang zu bringen sind. Es ist eine Ironie des Schicksals, daß gerade jene Gruppe, die sich über Weizmanns Ausspruch, die Forderung einer jüdischen Mehrheit wirke als Provokation, besonders entrüstete, einige Tage später ihre Proklamation in die Tasche steckte, Weil sie selbst die Folgen dieser Provokation zu fürchten begann. War so durch die Art und Weise des Votums gegen Weizmann diesem Akt der politische Sinn, den er als gegen die englische Politik gerichtete Demonstration hätte haben können, genommen, so steigerte sich die Verwirrung bei der Bildung einer neuen Leitung iioch beträchtlich. Die Revisionisten zogen es vor, durch Demonstrationsanträge, die vom Kongreß abgelehnt werden mußten (zum Beispiel Kündigung der »gemischten Jewish

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