Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Die grundlegenden allgemeinen Fragen bezüglich der Bewässerungsprobleme in Palästina
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 331 (sequence 3)
- Language
- German
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sammelt werden, zu deren Aufgabenkreis Untersudhungen und praktische Beratungen gehören. Diese Zentralstelle wird durdh einen Bewässerungsspezialisten unterstützt und soll bei der Universität oder bei der Versuchsstation errichtet werden. c) Neben dieser Zentralisation für tagtägliche praktische Probleme muß ein Institut geschaffen werden für die wissenschaftliche Behandlung des Bewässerungsproblems. Die Bewässerung bedeutet angewandte spezielle und komplexe Wissenschaft; diese Materie wird von einer Eigengesetzlichkeit beherrscht, sowohl in bezug auf Ausgangspunkte als auch auf Ziele und praktische Ausführung. Das Bewässerungsinstitut soll also die sichere Basis und. die systematische Ordnung schaffen, deren jetzt Studien und Problemstellung der Bewässerung in Palästina ermangeln. Würden wir auf die Initiative bezüglidh der Lösung ider Probleme verzichten, so würden wir uns in für uns voraussichtlich unerwünschten Richtungen mitschleppen lassen, wie das die zufälligen Bedingungen oder andere Initiativen fordern werden. Dieses Institut soll bei der Universität errichtet werden, wo schon andere wissenschaftliche Erforschungen, die mit Bewässerung verbunden sind, stattfinden. Dies ist der Apparat. Seine Organisation kann sich fast vollständig auf bereits im Lande bestehende kompetente Elemente stützen. Seine Konstitution und sein regelmäßiges Funktionieren erfordern keine außerordentlichen Ausgaben; zweifellos werden die Ausgaben weitestgehend durch die nützliche Arbeit des Apparates wieder hereingebracht werden. II. Die zweitwichtigste Frage ist die finanzielle. Das Prinzip der finanziellen 'Teilnahme der Regierung an den Irrigationsarbeiten ist absolut gerecht und elementar. Der Staat und die Allgemeinheit haben durch die Entwicklung der intensiveren Landwirtschaft große Vorteile. Nach den Beobachtungen, die man im Ausland machen kafcijn, kann diese Teilnahme in verschiedenen Formen geschehen, die nützlich sind, um den Privaten die finanzielle Last den Anlage und des Betriebs einer Bewässerung erträglich zu gestalten und um, die Initiative des Privatkapitals in dieser Weise anzuregen. a) Beiträge auf die Gesamtkosten der Einrichtung der Irrigation. Die Quote der Beihilfe wächst mit der Bedeutung, die der Installation vom Standpunkt des Interesses der Allgemeinheit zukommt und mit den «Risken und dem Sinken des Gewinns für den einzelnen Landwirt. Die Regierung kann die Zahlung ihres Beitrages auf eine lange Reihe von Jahren verteilen, um die Jahresbudgets auszugleichen. In einem solchen Falle sorgt man dafür, daß auf Grund der Garantie der Regierung für das 1 Kapital und die Zahlung der Zinsen Finanzinstitutionen die Gesamtsumme bei Beendigung der Arbeit zahlen. b) Kredite in erforderlicher Höhe müssen den Landwirten zur Verfügung stehen, für Beträge, die für Arbeiten» die mit bewässerten Kulturen verbunden sind, benötigt werden. Die Bedingungen — Dauer und Zinshöhe — wechseln nach den Arten dieser Arbeiten. Die unerläßliche Niedrighaltung der Zinsen muß durch Zahlung der Differenz von Seiten der Regierung erreicht werden. c) Die Befreiung von Steuern muß vernünftig geregelt werden. d) Ein Subventionssystem muß geschaffen werden, um Nachforschungen und Vervollkommnungen anzuregen.