Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Die wirtschaftliche Bedeutung der Palästina-Touristik
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 328 (sequence 11)
- Language
- German
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des Toten Meeres, vernünftige und etwas komfortable Bademöglichkeiten, Motorbootverkehr auf dem Toten Meere selbst, könnten sehr dazu beitragen, dieser Naturmerkwürdigkeit auch in Touristenkreisen die Beachtung zu verschaffen, die sie verdient. Aehnliches trifft für den Huleh-Sumpf zu. Man könnte die historischen und geographischen Sehenswürdigkeiten Palästinas nach den gesellschaftlichen Attraktionen hin vermehren. Ein Anfang dazu ist im Purim-Karneval in Tel-Aviv gemacht. Soll er wirklich ein touristischer Anziehungspunkt werden („Karneval unter Palmen"), muß er auf ein ganz anderes Niveau gebracht werden, als er es heute hat. Eine Touristik von längerer Aufenthaltsdauer des Einzelnen kann Palästina nur dann für sich erreichen, wenn zu den Sehenswürdigkeiten Bleibewürdigkeiten treten. So ist es in Aegypten. Die große Attraktionskraft Aegyptens auf das internationale Reisepublikum beruht auf der glücklichen Kombination von historischen, geographischen und klimatischen Besonderheiten, die das Land bietet. Palästina könnte dasselbe haben. Sein Klima, neben dem Frühling vor allem sein zauberhafter Herbst und Winter in der Küstenebene, könnten, richtig in Szene gesetzt, das Land zu einem aussichtsreichen Konkurrenten der Riviera machen. Und die ausgezeichneten Seebademöglichkeiten, die es während fast neun Monaten hat, sollten ausreichen, es zum Badezentrum des ganzen Orients zu machen. Es hat auf dem Karniel gutes Mittelgebirgsklima und Bewaldung, es hat Heilquellen, kurzum es besitzt durchaus die natürlichen Eigenschaften, um es auch unter dem Erholungsgesichtspunkt für die Touristenwelt anziehend zu machen. (Siehe darüber den Artikel in Nummer 5/6 von 1931. — Die Red.) Das aber wird nur geschehen, wenn das Land selbst die Kraft und den Willen aufbringt, sich entsprechend in Szene zu setzen. Touristik verlangt Propaganda. Palästina gehört zu den wenigen Touristenländern, die überhaupt keine Propaganda für sich machen. Die Folge wird sein, daß es im Wettbewerb mit anderen tüchtigeren Ländern den kürzeren ziehen wird. Selbstverständlich müssen auch die erforderlichen Einrichtungen geschaffen werden, um seine natürlichen Möglichkeiten in touristische Attraktionen zu verwandeln. Modern angelegte Strandbäder, vor allem in Tel-Aviv, bewaldete Plätze und Anlagen in und neben den Stallten (Aufgabe für die Baumspende des Keren Kajemeth und die Auffortstungspolitik der Regierung), Verbesserung des Autoverkehrs durch Einführung regelmäßig fahrender Aussichts-Omnibusse, weitere Hebung der Hotellerie, das sind nur einige von den Forderungen, die erfüllt werderj müssen, wenn die Bestrebungen zum Ausbau Palästinas zu einem Heil- und Erholungslande Erfolg haben sollen. Die Regierung müßte verschiedenes dazu tun. Der Eisenbahnverkehr kann eine weitere Verbesserung durchaus ertragen (Schnellzüge), die Paß- und Zollformalitäten können noch erheblich erleichtert werden, vor allem aber muß natürlich die Sicherheit im Lande über jeden Zweifel erhaben sein. Aber wieviel auch die Regierung tun mag, die Hauptleistung muß von den Interessenten selbst geschehen. Und da ergibt sich, daß das ganze Land Interessant ist. Alle seine Teile, der Fellache ebenso wie der jüdische Bauer, der jemenitische Sticker genau so wie der arabische Glasbläser, der jüdische Fremdenführer und der arabische Bootsmann, alle Kaufleute, alle Hoteliers, Cafetiers, Restaurateure, die Basare und die Läden, kurzum jeder Gewerbetreibende im Lande wird Vorteil von einer Hebung der Touristik haben, gar