Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Die wirtschaftliche Bedeutung der Palästina-Touristik
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 327 (sequence 10)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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Ebenfalls nur schätzungsweise kann der Betrag angenommen werden, den die verschiedenen religiösen und nationalen Institutionen in der Form von Stiftungen und Spenden aus der Touristik erzielen. Man dürfte nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß auf den Kopf jedes Touristen etwa ein Betrag von 1 Pfund für derartige Zuwendungen entfällt. Die Gesamteinnahmen des Landes aus dem Touristenverkehr können daher etwa wie folgt angenommen werden: Tabelle 15. Gesamteinnahmen Palästinas aus der Touristik 1929/30. Reguläre Tagesausgaben der Touristen £ 154.000 Einnahmen der Eisenbahn £ 68.000 Einkäufe, Nebenspesen, Spenden etc. <£ 60.000 Insgesamt £ 282.000 Hiebei sind von den Einnahmen der Eisenbahn 8000 Pfund abgerechnet, die, wie oben angegeben, bereits in den Tagesausgaben eines Teiles der Cruises- Reisenden enthalten sind. (Es handelt sich um diejenigen Cruises-Reisenden, die für die Reise von Haifa nach Jerusalem 'und eventuell auch zurück die Eisenbahn benutzen. Im Uebrjgen sind Eisenbahnreisen innerhalb des Landes in die regulären Tagesausgaben nicht einkalkuliert.) Die Schätzung des Gesamtwertes der Touristik für das Land mit einem Betrage von 275.000 bis 300.000 Pfund für das Jahr 1929 deckt sich mit der fast aller Kenner der Verhältnisse. Ausblicke. Die palästinensische Touristik ist die t3-pische Sehenswürdigkeiten-Touristik Ihr Hauptunterschied von der Erhol ungstouristik besteht darin, daß sie die Fremden immer nur sehr kurze Zeit an einem Orte hält, nur so lange, bis alle Sehenswürdigkeiten genossen worden sind. Da zudem das Land klein ist, nimmt die verhältnismäßig sehr kurze Aufenthaltsdauer des einzelnen Touristen im Lande nicjit wunder. Drei bis vier Tage reichen zu einer touristenmäßigen Besichtigung der historischen, nationalen und religiösen Attraktionen des Landes und sogar die jüdischen Siedlungen kann man ganz gut in einer Woqhe „machen". Zweifellos bilden aber eben diese Sehenswürdigkeiten, wozu wir auch die jüdischen Siedlungen rechnen, heute noch die einzige Grundlage des palästinensischen Touristenverkehrs. Der auf ihnen aufgebaute Touristenverkehr wird immer kurz sein. Alle Bestrebungen zur Hebung dieses Verkehrs müssen darauf gerichtet sein, die Zahl der Besucher zu vermehren. Das kann geschehen durch edne großzügige Propaganda, die in einer ganz anderen Form als bisher die religiösen und nationalen Momente in Betracht zieht, die Palästina für fast die halbe Welt zu einem Attraktionspunkt allerersten Ranges machen. Es ist kaum anzunehmen, daß ohne Propaganda dieser Art der Verkehrsstrom nach Palästina sich vergrößern wird. Es gibt doch zu denken, daß die Zahl der Touristen in den letzten sechs Jahren ziemlich konstant geblieben ist. Neben den historischen und nationalen Sehenswürdigkeiten besitzt Palästina auch geographische. Das Tote Meier ist eine Merkwürdigkeit, die in der Welt nicht ihresgleichen hat. Man hat manchmal den Eindruck, daß das in Palästina selbst kaum gewürdigt wird. Ein wenn auch bescheidenes Hotel am Ufer