Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Die Strömungen und die politischen Organisationen der palästinensischen Araber
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 317 (sequence 14)
- Language
- German
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des pravoslawischen Rußland. „Der Verein der orthodoxen Jünglinge" in Bethlehem führt einen energischen Kampf gegen die griechischen Symbole im Ritus der orthodoxen Kirche umd ist bestrebt, sich von jedem fremden Einfluß zu befreien. 8. Arbeiterorganisationen. Verschiedene Körperschaften bemühten sich, arabische Arbeiter im Lande zu organisieren, jedoch ohne Erfolg. Gründe: Die geringe Zahl arabischer Arbeiter in den Städten; die traurige Lage des Handwerkes bei den Arabern; der Mangel der industriellen Entwicklung im Lande. Und vor allem: das Fehlen des Klassenbewußtseins. Die wichtigsten Versuche wurden bisher in Haifa gemacht, dem Zentrum des Eisenbahnwesens in Palästina und dem künftigen Zentrum der Industrie im Lande. Im Jänner 1930 fand in Haifa ein Konferenz arabischer Arbeiter statt. Es beteiligten sich 59 Delegierte aus Haifa, Akko, Jaffa, Jerusalem, Ludd, Ramleh, Nazareth, Schifar-Am und aus dem Dorfe Lifte (bei Jerusalem). Die Wortführer waren die Sympathiker und die Abgesandten der Kommunisten einerseits und die Förderer der arabischen Exekutive andererseits. Abgesehen von einer Reihe organisatorischer Beschlüsse wurden elf politische Beschlüsse gefaßt, wie zum Beispiel: die Konferenz drückt ihren Willen nach einem vollständig selbständigen Palästina innerhalb einer arabischen Föderation aus; Beteiligung an der nationalen Front; gegen jüdische Einwanderung; gegen das Regime in Syrien und Palästina; eine Begrüßung der kämpfenden indischen Arbeiter usw. Aber auch diese Organisation ist nicht aktiv wegen der Gegnerschaft der arabischen Führer gegen eine unabhängige Arbeiterorganisation und weil die Regierung deren kommunistische Organisatoren verfolgt. Gar keine organisatorische Tätigkeit wird durch das auf jener Konferenz gewählte Zentralkomitee geleistet und die Ortsgruppen bestehen überhaupt nicht. Nur von Zeit zu Zeit schwingen die arabischen Führer die Fahne des Haifaer Arbeitervereines, um gegen den Zionismus zu demonstrieren. Die Tätigkeit des gemeinschaftlichen Kl/ubs der jüdischen und arabischen Arbeiter, der in Haifa besteht, jagt den arabischen Führern Schrecken ein und sie stacheln den Verie&n auf, bei verschiedenen Gelegenheiten mit hetzerischen Aufrufen gegen die jüdischen Arbeiter und die „arabischen Verräter" aufzutreten. Vor zirka einem Jahre gründeten die arabischen Ingenieure und Unternehmer in Jerusalem einen Verein der Unternehmer, Arbeiter und Handwerker. Dieser Verein schrieb auf seine Fahne „billige Arbeit", als ein Schlagwort zur Konkurrenz gegen die Juden. Diese Organisation ist gegen die Forderung der Juden auf Arbeit bei der GemeSjride Jerusalem und bei den öffentlichen Arbeiten der Regierung gerichtet (in Jerusalem sifnd die Juden die Mehrheit, sie stellen auch die Mehrheit der Steuerzahler). Bei verschiedenen Gelegenheiten, wie gelegentlich der Simpson-Untersuchung, erschien diese Organisation als Vertreterin der arbeitenden arabischen Klasse gegen die arbeitende jüdische Klasse. Der Mufti unterstützt diese Organisation. In den zwei Organisationen in Haifa und Jerusalem sind einige hundert Arbeiter organisiert. 9. Organisation der arabischen Frauen. Nach dem August- Unruhen im Jahre 1929, als die Politisierung der Araber überhandnahm, erschienen auf der politischen Tribüne auch paar Dutzend \arabischer, christlicher und mohammedanischer Frauen der obersten Schichten. Die Organisatoren sind die Sekretäre der arabischen Exekutive und deren Frauen sind die