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Palästina · 1931-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1931) · p. Seite 316

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1931)
Article
Die Strömungen und die politischen Organisationen der palästinensischen Araber
Date
1931-07-01
Page
Seite 316 (sequence 13)
Language
German
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moderner Nationalismen erzogen wurden: Aristokraten und sehr Reiche. Religiöse Männer, die keine Stellungen im Obersten mohammedanischen Rat verlangt haben, das will sagen gemäßigte Personen sind punkto nationalpolitischer Politik, neigen sehr zu einem Leben des Friedens, einem Kompromiß mit der Mandatsregierung. 7. Christliche Organisationen. Im Laufe vieler Geschlechter wurde das Verhältnis zwischen Mohammedanern und Christen im Lande festgesetzt: Die Mohammedaner hassen die Christen sehr tief als die Unterdrücker des Islams; die Christen verhalten sich zu den Mohammedanern mit absoluter Verachtung. Dieses gegenseitige Verhältnis charakterisiert nicht bloß eine Schichte, sondern ist Gemeingut aller Volksschichten. Nur die Intelligenz dieser beiden Völker und diejenigen, welche eine gewisse politische Anschauung haben, bemühen sich, diesen Haß abzubauen und gemeinschaftlich auf politischem und ökonomischem Gebiete zusammenzuarbeiten. Vorläufig ist diese Zusammenarbeit bloß eine in kalter Logik und Ueberlegung begründete. Zur Ze£t des Wachstums der arabischen Bewegung, deren Hauptfuhrer Mohammedaner sind, beeilen sich die Häupter der Christen, ihre große Treue der allgemeinen arabischen Sache gegenüber zu beweisen, ihre Reichen öffnen als Erste die Taschen (im allgemeinen ist dies eine sehr seltene Eigenschaft bei den reichen Arabern) usw. Ein Paradox und doch wahr: als die Wielle des Pan-Islamismus überhand nahm, wie das zur Zeit des letzten Besuches von Schaukat Ali der Fall war, bemühten sich die Christen, sich an ihn zu klammern und mit ihn zu schwimmen, um zu verhüten, daß er ihnen etwas Böses zufüge. Die Christein im Osten betrachten sich in dieser Periode als eiine Minderheit innerhalb einer feindlichen Mehrheit und haben Angst, ihren Feinden ohne Schutz seitens der christlichen Regierungen gegenüberzustehen. Aber sie sehen eine solche Möglichkeit undi nach ihr richten sie ihre panarabische Politik ein. Die christlichen Organisationen sind kirchlich-gemeindliche. Die geistigen Häupter der Gemeinden führen die Politik ihrer Gemeindemitglieder. Aktiver in dieser Hinsicht ist die katholische Kirche, deren Häupter Italiener sind. Ihr politisches Programm, das natürlich ein vertrauliches ist, änderte sich in der letzten Zeit nach den Bedürfnissen des Vatikans und Italiens. Während der Unruhen im Jahre 1929 hat die katholische Kirche die arabischen Hetzer unterstützt, aber nach Ablauf eines Jahres wurden aus irgendeinem Grunde ihre Beziehungen zum Obersten mohammedanischen Rat verschlechtert. Veranlassung hierzu bildete der Streit wegen des Eigentums an einem kleinen Friedhof in Haifa. Seither begann bei den Mohammedanern eine Protestbewegung gegen die Tätigkeit der französischen Jesuiten zwischen den mohammedanischen Berbern in Marokko und jetzt gegen die Italiener im mohammedanischen Tripolis. Die orthojdoxe Kirche wird nach dem Rat der Engländer geleitet. Diese Gemeinde ist sehr zerrissen wegen der Bewegung, die sich vor allem unter der Jugend entwickelt hat und die sich bestrebt, isich von den fremden Seelenhirten, den griechischen, zu befreien. Die arabisch-orthodoxen Geistlichen sind gegenüber ihren griechischen Häuptern sehr erniedrigt. Und während hinter den Geistlichen der katholischen Kirche, den französischen (die katholischen Araber in Nazareth kämpfen gegen ihre franziskanischen Oberhäupter) und den italienischen, Großmächte stehen, haben die orthodoxen Geistlichen niemanden, auf den sie sich stützen könnten, speziell nach dem Zusammenbruch

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