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Palästina · 1931-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1931) · p. Seite 315

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1931)
Article
Die Strömungen und die politischen Organisationen der palästinensischen Araber
Date
1931-07-01
Page
Seite 315 (sequence 12)
Language
German
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der Vereine bilden den Hauptkern für die religiösen Umzüge, wie Nebi Mussa. Die Zahl ihrer Mitglieder ist nicht groß und ihre Kraft wurde ihnen genommen durch die Weisung der Regierung im Jahre 1930 an alle ihre Beamten, diese Vereine zu verlassen. (Anmerkung: Die Mohammedaner in verschiedenen Orten behaupten, daß zur Zeit der türkischen Herrschaft die Leitung des Wakuf, obwohl das Zentpmm in Konstantinopel war, mehr dezentralisch war, als heute, in dem Sinne, daß die Einnahmen jedes Ortes für diesen betreffenden Ort verwendet wurdeni. Auf dieser Grundlage wird gegenwärtig zwischen der Opposition in Hebron und dem Obersten mohammedanischen Rat ein Prozeß geführt.) Diese Vereine haben auch noch ein Programm einer sozialen Arbeit (Unterricht der Analphabeten, Gründung von Schulen) und einer ökonomischen (Boykottierung der fremden Produktion überhaupt und der jüdischen insbesondere), aber diese beiden Paragraphe werden nicht verwirklicht. 6. Die mohammedanische Opposition. Die Führer dieser Opposition charakterisiert vor allem das Altes?: alle oder die überwiegenjde Mehrheit von ihnen haben ihre politische Karriere noch vor dem Krieg, zur Zeit des türkischen Regimes begonnen. Die Grundlage dieser Organisation bildet die im Lande noch bestellende Familienorganisation; sie wurde durch die Mandatsherrschaft für ihre Zwecke ausgenützt. In den letzten Jahrzehnten hat im Jerusalemer Bezirk Jerusalem die Familie der Husseine geherrscht. Die übrigen aristokratischen Familien (Nashaschibi, Chaldi) hofften, sich von der Herrschaft dieser Familie bei der grundlegenden Aenderung des Status des Landes zu befreien. Statt dessen hat die Regierung den Husseini die Herrschaft im Obersten mohammedanischen Rat übergeben. Und da das Statut dieses Rates sehr zentralistisch ist, erstreckte sich die Herrschaft der Husseine durch den Rat auf das ganze Land und daher der Interessenkonflikt mit den anderen aristokratischen Familien, die sich in gewissem Sinne durch das gegenwärtige Regime benachteiligt fühlen. All i diese Elemente, die im Norden stärker und im Süden schwächer sind, haben sich zu der mohammedanischen Opposition zusammengeschlossen (kurz Muarida, gleich Opposition). Deren wichtigster Führer im Süden des Landes ist der Bürgermeister von Jerusalem, Ragib Bey Al-Naschaschibi, und im Norden des Landes der Gelehrte und sehr reiche Scheich Assad Al-Schukeiri von Akko. Sie haben einige Male versucht, sich als moderne Partei zu organisieren (unter dem Namen „liberal"), aber der Mu\fti und die Behörden haben diese Versuche vereitelt. (Eine solche Vereithing erfolgte in Haifa am 10. Mai 1. J.) Die Mitglieder der Opposition vereinigen sich nur, wenn sie von Angesicht zu xA.ngesicht dem von ihnen gehaßten Mufti gegenüberstehen. Diese Organisation ist vorläufig eine bloß potentielle. Die Regierung hat der Opposition für den Obersten mohammedanischen Rat, der den Husseini übergeben worden ist, einen Ersatz darin geboten, daß sie die Bürgermeister aus den Mitgliedern der Opposition ernennt. Das politische Programm der Opposition ist Demokratisierung (natürlich nach bürgerlicher Auffassung) und Dezentralisation des Obersten mohammedanischen Rates und Herausnahme desselben aus der Macht einer Familie. Die Opposition ist auch gegen die Politisierung des Rates, welcher dank der Tätigkeit des Mufti mit der arabischen Exekutive konkurriert. Der politische Charakter der Opposition wird durch die Zusammensetzung seiner Mitglieder bestimmt: Araber der alten Zeit, die nicht im Geiste

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