Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Die Strömungen und die politischen Organisationen der palästinensischen Araber
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 314 (sequence 11)
- Language
- German
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tung von Schaukat Ali wurde nicht verwirklicht. Offenbar war diese Zusammenkunft den britischen Behörden nicht genehm. Inzwischen verschied Mohammed-Ali, die stärkste politische Stütze des Mufti. Aber der Mufti versteht es, die Töten nicht weniger auszunützen als < die Lebendigen. Im Sinne seiner bisherigen Bestrebungen, das jerusalemische Zentrum in der muselmanischen Welt zu festigen, schlug er vor, Mohammed-Ali in Jerusalem zu bestatten. Hiedurch befestigte er das Band zwischen dem mohammedanischen Indien und Palästina und mit einem Male arbeitete »er mit Schaukat-Ali ein neues Programm aus: Die Schaffung einer großen mohammedanischen Universität in Jerusalem, in welcher neue Islam-Ritter ausgebildet werden sollten. Das nötige Geld hofft der Mufti zum größten Teil unter den Fürsten und den reichen Mohammedanern in Indien aufzubringen. Die Universität wird sicherlich mit dem Namen von Mohammed-Ali verbunden sein und sein Bruder wird der Aufbringung der Mittel für dieses Projekt seine Kräfte widmen. Eine energische Tätigkeit entwickelt der Mufti in der letzten Zeit in Aegypten, wo durch die „Neutralität" der Regierung Mac Donald gegenüber dem politischen Streit zwischen dem König und der Wafd-Partei der Boden bereitet wurde für eine pan-arabische und eine pan-islamische Propaganda, da der Haß gegen dein Imperialismus von Chamberlain und von Henderson in Aegypten groß ist und dieser einigt leicht die Völker, welche unter dem Joche jenes Imperialismus leiden. (Anmerkung: Seitens des Mufti ist dies „eine doppelte Buchhaltung" gegenüber England. Aber dieses Doppelspiel ist auch die Grundlage des Verhältnisses Englands zum Mufti.) Die Brüder Ali und speziell Schaukat haben ein wenig die Beziehungen zwischen Mufti und den Behörden gebessert, aber der Riß, der im letzten Jahre sich erweitert hat, wurde nicht wieder geheilt. 4. Der Verein der Wächter der Al-Akza. Nach den Ereignissen der Westwand, am Jörn Kipur 5689, berief der Mufti eine muselmanische Konferenz im Lande ein (die mohammedanische Opposition beteiligte sich an ihr nicht) und auf dieser wurde dieser Verein gegründet: „Verein der Wächter der Al-Akza und der den Mohammedanern heiligen Stätten". Dieser Verein hätte zu dem Organ werden sollen, welches die pan-islamischen Pläne des Mufti verwirklicht. Zu diesem Zweck wurde beschlossen, Filialen in allen mohammedanischen Ländern zu gründen. Aber dieser Verein ist nichts mehr als ein neues Schild und Stampiglie für die Partei des Mufti. Man bedient sich ihrer je nach Bedarf. Dieser Verein ist eine Nachahmung christlichreligiöser Vereine, die in Jerusalem seit dem Mittelalter bis zum heutigen Tag bestehen, wie zum Beispiel Custodia della Terra Santa. 5. Verein mohammedanischer Jünglinge. Diese Organisation besteht wenige Jahre in einer Anzahl von Städten, Städtchen und Dörfern in der Nähe der Städte. Anfangs wurden sie ohne politischen Zweck geschaffen, nach Art der christlichen Jugendvereine, aber bald begann ein Ringkampf zwischen der Opposition, dem Mufti und den Kommunisten (unter dem Deckmantel der antiimperialistischen Liga). Diese beiden letzteren hatten sich praktisch vereinigt und vor den Unruhen im August 1929 sowie nachher bildeten sie das Zentrum für die antizionistische und antibritische Propaganda. Ein Teil der Vereine wurde nach den Unruhen durch die Regierung geschlossen. Die bestehenden stehen unter dem Einfluß des Mufti und sind extrem-national: sie lehnen absolut das britische Mandat und den Zionismus ab. Die Mitglieder