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Palästina · 1931-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1931) · p. Seite 311

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1931)
Article
Die Strömungen und die politischen Organisationen der palästinensischen Araber
Date
1931-07-01
Page
Seite 311 (sequence 8)
Language
German
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Mufti richtet sich gegen den Zionismus und gegen die französische Herrschaft in Syrien. Als der Drusenaufstand ausbrach, war das Zentrum für Geldsammlungen, Hilfe und Waffen — in Jerusalem und dessen Vorsitzender der Mufti. Durch seine Ernennung zum Haupt des mohammedanischen Rates wurde dem Mufti ein ausgezeichnetes Organisatorisches Mittel in die Hand gegeben. Diese Institution, deren Aufgabe es ist, das Wakf-Vermögen der Muselmanen in Palästina zu führen, beschäftigt Hunderte von Rednern, Kantoren, Richtern, Lehrern, Beamten; verpachtet Felder an tausende Fellachen. All diese Klienten hängen vom Präsidenten des Rates ab, dem Mufti, und niemand wagt es, ihm zu widersprechen. Auf diese Wjeise bildet der Rat eine organisierte Kraft, welche in den Händen des Mufti zu der bestorganisierten politischen im Lande wurde. Er konzentriert um sich einen Kreis von Räten und Beamten der extremen Intelligenz und sie dienen ihm als Agenten und Einflußqiiellen im ganzen Lande. „Die gemäßigte Partei des Büros des Aktionskomitees" ist aus Elementen zusammengesetzt, die nicht zusammengefaßt sind: Christen und Muselmanen; katholische Christen (eine Minderheit unter den Christen des Landes), die nicht in jeder Periode mit dem 'britischen Mandat einverstanden sind; orthodoxe Christen (die Mehrheit unter den Christen, die beinahe mit der anglikanischen Kirche vereinigt sind); arabische Kaufleute, die keine politischen Bestrebungen haben und Feinde der Zionisten aus bloß ökonomischen Gründen sind; Grundbesitzer und Reiche, welche an dem zionistischen Werk aus materiellen Gründen interessiert sind; hohe arabische Beamte (Bürgermeister und dargl.), die von der Regierung und von der Entwicklung des Landes Vorteile ziehen; nationale Intelligenz (Rechtsanwälte, Aerzte, Journalisten), welche in ihren Anschauungen radikal sind, aber mit den realen Kräften rechnen und dergl. Gegenüber dieser bunten Zusammensetzung der gemäßigten Partei zeichnet sich die Mufti-Partei durch ihre Eindeutigkeit und Zusammenfassung aus: sie ist ganz muselmanisch; ihr Hauptkern sind die Klienten des Obersten mohammedanischen Rates und die Beziehungen des Vorsitzenden mit der Husseini-Familie. (Der junge Mufti hat auch diese Krone vom Aeltesten der Familie Muze Kazim Pascha, an sich genommen.) Alle Prediger in den Moscheen sind von ihr abhängig; sie zieht durch ihren Extremismus und durch ihren Flug die arabische Jugend an. Bis ungefähr vor einem Jahre verhielt sie sich zu den Aktionen i der Regierung im Lande freundschaftlich neutral. Während das arabische Aktionskomitee, die Opposition und die ihnen nahestehenden Zeitungen, einen Kampf gegen die Zunahme der britische Beamten und gegen verschiedene Aktionen führten, die den Arabern nicht angenehm waren, versteckte sich die Mufti-Partei hinter dem Rücken des Aktionskomitees und sprach ihre eigene Meinung nicht aus. Ihre Zeitung, Al-jamaa al-arabija (Panarabieni) unterschied sich von den übrigen Zeitungen dadurch, daß sie sich stets hütete, in einen «Streit mit der Regierung zu gelangen. All dies war eine Bedingung für die Nichteinmengung der Regierung und der muselmanischen Opposition in die Angelegenheiten des Obersten mohammedanischen Rates. (Diese Institution hat ein Jahreseinkommen von ungefähr 100.000 Pfund.) Seitdem der Rat im Jahre 1921 geschaffen wurde, bis nach den Unruhen im August 1929 war der Mufti der unbeschränkte Herrscher in dieser Institution und die Regierung bildete für ihn die Festung. Die britischen Beamten, welche die Angelegenheiten des Wakf seit der Eroberung bis zur

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