Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Die Strömungen und die politischen Organisationen der palästinensischen Araber
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 312 (sequence 9)
- Language
- German
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Schaffung des Obersten mohammedanischen Rates führten (in der Zeit der türkischen Herrschaft unterstand der Wakf einem besonderen Ministerium in Konstantinopel und nicht der Kompetenz der Landesbewohner), fanden, daß die Al-Akza-Moschee in Jerusalem, welche bei der Omar-Moschee sich befindet, einer gründlichen Reparatur bedürfe. Dieser Aufgabe der Reparatur der Moschee unterzog sich der junge Mufti in den ersten Jahren seiner Herrschaft. Um die Sache auszuführen, bedurfte es einiger zehntausende Pfunde, eines Betrages, der im Machtbereiche des Rates sich nicht vorfand. Es wurde daher der Gedanke lanciert, welcher einer der Grundlagen der Mufti-Partei ist: sich an die muselmanische Welt wegen des notwendigen Geldes zu wenden und ihre Aufmerksamkeit auf die Islam-Heiligtümer in Jerusalem zu lenken. Einer der Hauptratgeber des Mufti bei der Reparatur der Moschee war Herr Richmond, der sich in Aegypten mit muselmanischer Archäologie beschäftigt hat und nach der Eroberung Palästinas durch die Verwaltung eingeladen wurde, den Zustand der großen Moschee in Jerusalem zu untersuchen. Wie die meisten Orientforscher aus den Kreisen der imperialistischen Völker war er in Wirklichkeit der Verbindungsoffizier zwischen iden Behörden der Eroberungsmacht und der arabischen Bewegung. Er leitete beide Parteien in der Richtung, die ihm für die imperialistischen Interessen Englands passend schien und ebenso für die arabische Bewegung, zu deren Freunden er zählte. In der Zeit Herbert Samuels diente er als politischer Ratgeber in den arabischen Angelegenheiten. Er fand in der Bewegung, an deren Spitze der Mufti stand, viele energische Kräfte und half diese durch seine Taktik in den Strom des Panislamismus zu leiten, welcher in Indien in den ersten Jahren nach dem Kriege sich zu entwickeln begann. Durch die Arbeit für die Reparatur der Moschee knüpfte der Mufti Beziehungen zu den Königen der mohammedanischen Welt und zu deren Führern an. Er erwarb sich dank seiner Hingabe an die Heiligtümer des Islam große Ehre. Im Laufe einer kurzen Zeit verdunkelte der Name des Mufti die Namen der alten Führer der Araber in Palästina, die ihre Tätigkeit auf die:Grenzen des Landes beschränkten. Im Inneren des Landes bemühte er sich, die religiösen und nationalen Gefühle anzufachen, durch Verbreitung von Haß gegen den Zionismus, Kampf gegen die christliche Mission, Propaganda gegen den Imperialismus im allgemeinen und Hebung der Bedeutjuing der mohammedanischen religiösen Feiern. Von Jahr zu Jahr stattete er immer mehr i die Massenfeierlichkeiten des Nebi Mussa, des Nebi Salich und Nebi Rubin aus. In jedem Zeitpunkte, wenn sein Einfluß abnimmt als Folge des Mißlingens irgendeiner seiner Aktionen oder wegen des Angriffs der Opposition gegen ihn, gelingt es ihm, durch eine neue Erfindung in die Höhe zu kommen: Aufhetzung, pan-islamische Geste, Protestbewegung. (Beispiele: Der Kampf gegen die protestantische Mission in Jerusalem im Frühling 1928; der Kampf um die Westwand; die Unruhen des August 1929; das Begräbnis Mohammed Alis, des Führers der indischen Mohammedaner in Jerusalem; Protestbewegung gegen den Kampf der Italiener gegen die Senusen in Tripolis.) Seine Aktivität, seine Energie und sein Gesichtskreis stellen ihn immer in die erste Reihe der arabischen Politiker des Landes. Nach den Unruhen im August 1929 wurde ein wenig die Harmonie zwischen der Administration und dem Mufti gestört. Das politische Spie] der Bevorzugung des Mufti auf Kosten der anderen (Juden, Frankreich____) trug seine Früchte. Die englischen Behörden waren nach den Ereignissen