Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1931-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1931) · p. Seite 309

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1931)
Article
Die Strömungen und die politischen Organisationen der palästinensischen Araber
Date
1931-07-01
Page
Seite 309 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2379786-2379892-2379897-2393751--12436-2394038
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ausschuß, die „Doubletten" nachzuprüfen versuchte, drohten die Parteien die Konferenz zu verlassen. Aber die Kraft, die die Konferenz versammelt hatte, fand auch einen Ausweg: alle „Delegierten" wurden als legitim anerkannt Die arabischen Zeitungen haben nachher mitgeteilt, daß die englische Administration es war, welche die Konferenz organisiert hat, denn im Laufe der fünf Jahre konnten die arabischen Parteien untereinander über den Antei] einer jeden an der Konferenz, sich nicht einigen. Das Aktionskomitee wurde bloß auf mathematische Weise gewählt: ein Drittel für die Partei des Mufti, welche genannt wird Partei Mejlesiim (Mejles bedeutet Rat, nach dem obersten muselmanischen Rat, an dessen Spitze der Mufti Amin al Chussein steht); ein Drittel für die muselmanische Opposition (Muarida), welche in Opposition zum Mufti steht; ein Drittel für die Christen. »Jeder, der die Einteilung der Bevölkerung Palästinas kennt (die Christen machen 10 bis 11 Prozent aus), versteht, daß bei dieser Einteilung auf das wirkliche Verhältnis der Bevölkerung nicht Rücksicht genommen wurde. Aber seit der VII. Konferenz erscheint dieses Aktionskomitee gegenüber der palästinensischen und britischen Regierung, gegenüber dem Völkerbund und gegetasüber der ganzen Welt als der kompetente Repräsentant der Araber Palästinas. Wiewotil an 'dieser Organisation die Mehrheit der aktiven arabischen Intelligenz nach ihren Gemeinden, Strömungen und Interessen beteiligt ist, bildet doch das Aktionskomitee eine Art besonderer „politischer Partei" unter den Arabern Palästinas. Das Aktionskomitee, dessen Mitgliederzahl 48 beträgt, versammelt sich selten, aktiv ist daher immer sein Büro (Maktab al-iajna al-taufisija). Dieses Büro wird im Munde seiner Kritiker „Agentur der Regierung" genannt. Dieser Schimpfname offenbart seine politische Gestalt. An seiner Spitze 'steht der Greis Mussa Kasim Pascha al-Hussein, der Nestor der Familie des Mufti, jedoch dessen politischer Gegner. Er und sein christlicher Stellvertreter, Jakob Faraj, gehen Hand in Hand mit dem Haupt desr muselmanischen Opposition in Jerusalem, dem Bürgermeister Ragib Bey al-Naschaschibi, der einen großen Einfluß auf die Opposition im allgemeinen besitzt und dem britischen Regime ergeben ist. Urud da dies auch bei dem christliehen Drittel des Aktionskomitees der Mandatsregierung der Fall ist, ist es klar, daß diese beiden eine Mehrheit (zwei Drittel) im Komitee bilden und darin herrschen. Das aktive Büro ist fast ganz in den Händen dieser Richtung. Der Streit zwischen dieser und dem Mufti, der zwar der Regierung nicht ergeben, aber doch auch ihr Bundesgenosse ist, geht um zwei Dinge, um die sich die Parteien im Aktionskomittee und außerhalb desselben befeinden: Um die oberste Führung des Volkes (Streit zwischen dem Mufti und dessen Verwandten Mussa Kasim; zwischen dem Mufti und Ragib Al-Naschaschibi); um das Verhältnis zum „Zionismus", der britischen Administration, deren Organ die Wochenschrift „Near East" ist. Das Wesen dieses Zionismus ist: der gegenwärtige jüdische Jischuw im Lande, mit winzigen, minimalen Hinzufügungen durch Alijah, bildet die verwirklichte jüdische Heimstätte. Das Wesen des nationalen Heims ist bloß kulturell-geistig. Der Mufti ist der Bundesgenosse der Regierung in bezug auf das britische Mandat selbst. Er verkündet, daß er es nicht anerkenne, aber praktisch kämpft er dagegen nicht an und hiedurch unterstützt er es. Als Ersatz dafür steht es ihm frei, den Zionismus nach Herzenslust zu bekämpfen und den Standpunkt der britischen Administration in allen Fragen des Zionismus nicht zu teilen. Nicht so ist es bestellt um die andere Richtung,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.