Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Die Strömungen und die politischen Organisationen der palästinensischen Araber
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 308 (sequence 5)
- Language
- German
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der Mandatarmaoht gerichtet und gegen den zionistischen Teil derselben: Das jüdischnationale Heim. Die Araber verlangen eine Regierung, bestehend aus den Söhnen des Landes und ein gewähltes Parlament, an welchen sich Muselmanen, Christen und Juden entsprechend ihrer Zahl beteiligen, sie fordern die Arabisierung der Beamtenschaft. Nur die Regelung der äußeren Beziehungen, zum Schutze der Grenzen des Landes, bildet nach ihrer Meintung die Aufgabe des Mandats. Alle arabischen Führer, die in dieser Zeit eigene Meinungen und Einfluß besitzen, lehnen den politischen Zionismus ab, welcher sich schon heute als Ziel die Schaffung einer jüdischen Mehrheit in Palästina, durch eine Masseneinwanderung und intensive Kolonisation, gesetzt hat. Der Zweck einer solchen jüdischen Menrheit ist in den Augen der Araber, auch ohne die ausdrücklichen Enunziationen der Revisionisten, ein Judenstaat, der die Araber beherrschen wird. 'Zu einem beschränkten Zionismus oder, wie sie ihn nennen, einem ernsten Zionismus, gibt es in der arabischen Öffentlichkeit verschiedene Beziehungen, über die wir noch weiter unten sprechen werden. Im allgemeinen verstehen alle Führer, daß das Land äußerer Kräfte bedarf, um entwickelt zu wenden. Aber geteÜt sind die Meinungen in bezug auf die Art dieser Kräfte: manche wollten, daß vdiese Kraft eine geldliche sei, eine bloß technisch-fachmännische und nicht jüdische; manche aber glauben, besser wäre eine jüdijsche Geldkraft, da hinter derselben keine unterdrückende politische Macht steht; ferner gibt es solche, die das Wohl des Landes in der Einwanderung von Kapital und reicher Juden ins Land sehen. Die Einwanderung jüdischer, arbeitender Menschen wird mißgünstig angesehen. Die politischen Organisationen. Politische Parteien im europäischen Sinne gibt es unter den Arabern Palästinas nicht. Das heißt: die Parteien sind voneinander nicht durch politische, soziale oder religiöse Programme geschieden und das Programm verursacht nicht parteimäßige Organisation. Auch die Form der Organisation ist verschieden von den Formen der modernen Parteien. Es gibt keine Mitgliedschaft, sondern nur Bande der Familie, der Gruppen und der Interessenten, Alle diese Organisationen charakterisiert der Mangel jeder demokratischen Ordnung; persönlicher Adel, Tradition und Reichtum bestimmen ''den Gang der Dinge. Beginnen wir mit der Schilderung der umfassenden Organisationen und gehen wir dann der Reihe n/ach zu den engeren Organisationen über. 1. Das arabisch e Aktionskomitee (Al-lajna al-tauf isija al-arabija), (Exekutive). Dieses Institut ist das umfassendste der palästinensischen Araber und wurde auf der VII. arabischen Konferenz in Jerusalem, im Sommer 1928, gewählt. Die Wahl von Delegierten zu dieser Konferenz erfolgte in folgender Weise. Z.B.: Das Sekretariat des früheren Aktionskomitees beschloß, daß im ganzen Lande 120 Delegierte gewählt werden sollen. Darunter 30 aus Jerusalem. Einige Parteiangehörige stellten eine Liste von 60 Notabein von allen Familien auf und versammelten sich zur Wahl van 130 Delegierten. In Jaffa waren zwei solcher Versammlungen und eine jede wählte die volle Anzahl der Delegierten, die nach der Rechnung des Sekretariats auf die Stadt Jaffa entfiel. Solche Fälle ereigneten sich auch an anderen Orten un'd zur Eröffnung der Konferenz erschienen 250 Delegierte statt der 120. Als der Legitimations-