Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1931-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1931) · p. Seite 306

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1931)
Article
Die Strömungen und die politischen Organisationen der palästinensischen Araber
Date
1931-07-01
Page
Seite 306 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2379786-2379892-2379897-2393751--12433-2394035
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nach Ausbruch des Weltkrieges vernichtete Jamal-Pascha, der ein Führer der Jungtürken war, die Organisation Al-lamerskasija. Viele ihrer wichtigen Mitglieder wurden gehängt, in Gefängnissen hingerichtet oder gingen in die Verbannung. Diese Terrorakte zerstörten die Organisation, aber stärkten in den Herzen das Bestreiben nach vollständiger Loslösung von der Türkei mit Hilfe des Weltkrieges. Die Fahnen des Aufstandes des Sherif Hussein aus Mekka und Feisals, dessen Sohnes (Feisal war vor dem Kriege eines der Häupter der Al-lamerkasija-Bewegung) wurden von den Herzen der palästinensischen Araber mit Begeisterung aufgenommen. Der Ausgang des Weltkrieges gab den palästinensischen Arabern einen mächtigen Anstoß und verwandelte sie aus politischen Träumern in Träger einer Bewegung oder noch richtiger: in Träger klar umgrenzter politischer Massenströmungen. Das Verhältnis zur Verteilung der arabischen Länder. Aus einem unbestimmten Empfinden heraus strebten die Araber Palästinas einen großen Staat an und zwar nicht in 'Gestalt eines Imperiums, wie es der Sherif und später König Hussein erträumt hatten, sondern in der einer Föderation der arabischen Länder. Aber auf Grund realer Erwägungen proklamieren die Araber Palästinas — und sie verkünden dies bei feierlichen Gelegenheiten — die Einheit Palästinas mit Syrien. In den Jahren;1918 bis 1920 unterstützten die palästinensischen Araber den Emir Feisal, den Soßin Husseins, als den König von Groß-Syrien und beteiligten sich an dem Kongreß in Damaskus, der im März 1920 Emir Feisul zum König ausrief. Aus diesem Streben heraus bestimmten sie als Benennung Palästinas „Süd-Syrien" (Surija al-janubija), welche noch bis zum heutigen Tag bei pan-syrischen Schriftstellern und Rednern auf politischen Feiern beliebt ist. Aber der Pan-Syrismus hat keine tiefen Wurzeln im arabischen Palästina gefaßt. Man kann mit Bestimmtheit behaupten, daß der Trennungsstrich, welcher bei der Friedenskontferenz (San Remo, Lausanne) zwischen Syrien und Palästina gezogen wurde, den arabischen Palästinensern keinen großen Schmerz verursacht hat. Die provinzielle Auffassung (Selbständigkeit einer jeden Provinz) ist diejenige, welche in den Herzen und Gehirnen während aller Zeit vorherrscht. Es bedarf keines großen Druckes seitens der äußeren politischen Ereignisse, um die arabischen Palästinenser von der pan-syrischen Stellungnahme abzubringen. Auch die dezentralistische Bewegung vor dem Kriege hat die provinzielle Auffassung gestärkt. In der Entwicklung der letztetn Jahre hat der Gedanke einer Föderation zwischen Palästina und Syrien, wie der einer i solchen zwischen arabischen Ländern, den früheren Gedanken eines großen syrischen Staates, der Palästina einschlösse, verdrängt. Eine der Ursachen dieser Entwicklung war ohne Zweifel das Fehlen einer Zollgrenze zwischen Palästina und Syrien, was Herbert Samuel veranlaßte, und der jüdische wie der arabische Jischuw im Lande hat dieses System verteidigt, als die britische Administration, zur Zeit Lord Plumers, die Absicht hatte, eine Zollgrenze gegen Syrien zu errichten. Dieselbe Entwicklung fand statt, im Verhältnis der Trennung Transjordaniens von Westpalästina: Da eine Zollgrenze zwischen diesen beiden Teilen des Landes nicht besteht (es bestehen einige Akzisen, die aber die freien Handelsbeziehungen nicht schädigen) und die Trennung Transjordaniens von Palästina mit der Beseitigung der Gefahr eines jüdisch-nationalen Heimes in Transjordanien ideell verbunden ist, Waren die Araber über diese Trennung nicht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.