Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Die Industrie in Palästina
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 300 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379892-2379897-2393750--12425-2394029- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
die Exportzölle abschaffte und im seilben Jahr begann sie, die Zölle der Rohstoffe, welche die Industrie benötigte, entweder ganz aufzuheben oder in dem bekannten Ausmaße herabzusetzen, ebenso Maschinen, welche die Industrie einführte, vom Zoll zu befreien, dagegen die Zölle auf jene Waren zu erhöhen, welche im Lande erzeugt wurden. All diese Maßnahmen der Regierung verbesserten gewiß die Bedingungen für die Industrie, aber sie waren ungenügend, ihr eine gesunde Basis zu schaffen. Nur der hartnäckigen Arbeit der Fabrikanten selbst ist es zu danken, daß die i jüdische Industrie in Palästina festen Fuß fassen konnte. C. Die arabische Industrie in Palästina. Die arabische Industrie in Palästina ist zum Teil klein, zum Teil Heimindustrie, die unter sehr primitiven Bedingungen arbeitet. Der hauptsächlichste Zweig derselben ist die Erzeugung von Setifen in großen Würfeln aus Olivenöl zu Waschzwecken. Der Mittelpunkt dieser Industrie ist Sichern (Nablus), wo 24 Betriebe bestehen mit 230.000 Pfund Kapital; in Jaffa sind 14 mit 42.000 Pfund, in Ramien 4 mit 4000 Pfund Kapital. Diese Betriebe verwenden sämtlich Handarbeit. In allen 42 arbeiten außer den Besitzeirn zirka 90 Lohnarbeiter, das sind also durchschnittlich zirka 2 per Betrieb. Der Wert der Jahresproduktion überstieg eine Viertmillion Pfund und sie nimmt den zweiten Platz im Export ein (die Ziffern gaben wir schon oben) nach den Orangen. Die Hälfte des Exportes geht nach Aegypten, 4 'Prozent nach Syrien, der Rest wird im Lande konsumiert. (Siehe auch Nr. 1/2, S. 73. — Die Red.) Unter der restlichen arabischen Industrie ist die Müllerei hervorzuheben (zirka 200 kleine Mühlen, die im Lande zerstreut sind). Das investierte Kapital in der ganzen Mühlenindustrie Palästinas ist nach Zählung der Regierung 347.000 Pfund, davon entfallen auf die „Grands Moulins" Rothschilds 125.000 Pfund, es bleiben daher für die übrigen Mühlen 222.000 Pfund. Hievon entfallen auf 6 Mühlen in Jaffa 70.000 Pfund, 22 Mühlen in Haifa 62.000 und auf die restlichen 171 Mühlen 90.000 Pfund. Die Statistik unterscheidet nicht nach der Nationalität der Besitzer, aber man kann annehmen, daß unter den 200 Mühlen zirka zehn jüdisch sind, der Rest arabisch ist. Diese Mühlen sind in der großen Mehrzahl sehr klein, ebenso das in ihn*m investierte Kapital. Ueber die Hälfte von ihnen arbeitet sehr primitiv. In der ganzen Mühlenindustrie arbeiteten außer den Besitzern selbst 435 Lolinairbeiter, davon in Jaffa 115 und in allen 171 restlichen Mühlen 320, das sind weniger als 2 per Betrieb. Die arabische Kleinindustrie ist meist Oelindustrie (Oliven und Sesamöl). Im ganzen Lande zerstreut gibt es 477 solcher Oelpressenbetriebe, die Arbeit) wird in 452 davotn mit Hilfe von Tieren geleistet. In allen zusammen waren 50.000 Pfund investiert (außer „Schemen"), daher entfallen auf einen Betrieb bloß 105 Pfund. Die Oelindustrie ist sehr wichtig für den arabischen Markt. Ungefähr die Hälfte der Erzeugung dient zu Speisezwecken, die andere zur Herstellung von Waschseife. Ein Zweig dieser Industrie erzeugt Sesamöl, das auch als Speiseöl von der arabischen Bevölkerung genossen wird. Es gibt 44 Sesamölpressen, von denen 41 Arbeitstiere benützen und nur 3 Motoren. Insgesamt sind in ihnen 21.000 Pfund investiert. 11 davon befinden sich in Jaffa, die übrigen im Lande zerstreut. Es sind außer den Besitzern 181 Lohnarbeiter beschäftigt. Es gibt in Tel-Aviv auch eine große jüdische Sesamöl-