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Palästina · 1931-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1931) · p. Seite 292

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1931)
Article
Die Industrie in Palästina
Date
1931-07-01
Page
Seite 292 (sequence 3)
Language
German
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arbeiteten. Indem sie nur an däfese Handelshäuser gebunden waren und bloß deren Aufträge ausführten, verloren sie den Charakter von 'Handwerksmeistern im theoretischen Verstände dieses Begriffes, weil sie nicht direkt mehr mit der Kundschaft verbunden waren, sondern die Handelshäuser nach und nach die Verbindung zwischen dem Kunden und dem Erzeuger an sich nahmen. Diese Art jüdische Produktion war schon längst im Lande entstanden, aber in den letzten zehn Jahren, mit der Entwicklung des städtischen Handels und der Organisation der großen Handels- und Gewerbehäuser machte sie Fortschritte, besonders in den Branchen der Konfektion, Schuhe, Tischler usw. Dies ging so weit, daß die Kunden nicht bloß Bestellungen auf fertige Artikel dem großen Warten- oder Gewerbehaus übertrugen, sondern auch die Ausbesserungen, welche immer die hauptsächliche Domäne der kleinen Handwerker gewesen sind, jenem Hause gaben, wo die Artikel gekauft waren. Es wäre sehr wichtig für den statistischen Zweck, die Zahl der in dieser Art Arbeitenden zu erheben, um eine öffendliche Kontrolle ihrer grausamen Ausbeutung zu ermöglichen. Leider aber ist die Statistik nicht eingehend und umfaßt nur die allgemein gebräuchlichen Rubriken. 2. Die Lage in der sich die Kleinihandwerker 1 befanden, warf das Problem der Vereinigung der Einzelkräfte zu gemeinsamer Arbeit auf, um auf dieseWeise sie zu stärken und zu fundieren und die Möglichkeit zfu schaffen, denVerbraucher unmittelbar zu ihnjen zu führen durch einen zentralen Verkaufsplatz, wo die Waren gemeinsam aufgestellt sind, und den Produktionsprozeß innerhalb der Grenzen der Möglichkeit zu rationalisieren. Die prekäre Lage der Kleinhandwerker war daher einer der Faktore\n, die es ihm ermöglichten, Produktionsgenossenschaften — natürlich in nicht sehr ausgedehntem Maße — zu schaffen. Die Entwicklung dieser Kooperativen erhellt aus nachfolgenden Zahlen: Im Durchschnitt entfielen also auf eine Produktionskooperative 17 Menschen. Das Betriebskapital dieser Kooperativen war 1927: 11.146; 1930: 38.489 Pfund. Die Vereinigung auf genossenschaftlichen Grundlagen erfolgte hauptsächlich in der Metalldruckerei, Baustoffindustrie« usw. Einen weiteren und ausgedehnteren Weg zur Lösung des Handwerkerproblems war die Schaffung von Kleinbetrieben mit 5 bis 9 Arbeitern. Diese Kleinindustrie trägt noch alle Züge eines Handwerks, denn sie benützt meistens Handarbeit und ein beträchtlicher Teil der Produktion wird auf Bestellung der Verbraucher direkt für diese hergestellt und nur ein kleinerer Teil auf den Markt gebracht. Aber sie ist,schon von privaten Kapitalisten geschaffen, die Gewerbehäuser organisierten mit Einzelwerkstätten, die eine Anzahl von Lohnarbeitern unter Führung von Fachleuten beschäftigten, welche die Stelle des Handwerkmeisters einnahmen. Die Zahl dieser Betriebe ist ziemlich groß und betrug nach der Zählung 464 mit 2816 Arbeitern, das heißt Jahr Zahl 17 18 49 42 Arbeitende 1923 1925 1927 1929 277 328 723 705

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