Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Die Industrie in Palästina
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 291 (sequence 2)
- Language
- German
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baues des Landes auch die Entwicklung der Industrie 'stark war. Diese 29 X zejhn Jaihre verursachten eine vollständige Umwälzung der Wirtschaft des Landes. An Stelle einer fast ausschließlichen Naturalwirtschaft wurde eine Marktwirtschaft geschaffen, in der die Industrie stark entwickelt ist. A. Das jüdische Handwerk in Palästina. Im März 1930 wurden durch die Jewish Agency alle jüdischen Betriebe gezählt, einschließlich der handwerklichen. Es wurden 1851 Handwerksbetriebe verzeichnet, welche ihre Erzeugnisse direkt an den Verbraucher verkaufen. In 1155 arbeitete nur der Meister und seine Familie und bloß 696 größere Betriebe verwendeten auch Lohnarbeiter. In Summa (arbeiteten in allen Handwerksbetrieben 3386 Menschen, das sind per Betrieb 1,8, das heißt weniger als zwei, einschließlich des Meisters. Das Erzeugnis aller Handwerksbetriebe hatte im Jahre 1929 einen Wert von 405.000 Pfund, trotzdem das investierte Kapital nicht höher war als v 139.000 Pfund. Es ist ersichtlich, daß die Handwerksbetriebe unbedeutend sind nach der Zahl der in ihnen Beschäftigtein und auch die Anwendung von Motoren und Maschinen ist beschränkt. Der Rohmaterialwert für die Erzeugnisse betrug 178,000 Pfund, das Heizmaterial 4000 Pfund. Der Arbeitslohn in Geld und der Verdienst der Meister betrug in diesem Jahre 199.000 Pfund und der Rest, der sich nach Abzug dieser Posten vom Verkaufs wert ergibt: 24.000, entfällt auf die Mieten usw. Es ist nicht möglich, die Entwicklung des Handwerkes nach ihren einzelnen Perioden zu zeichnen, weil die früheren Zählungen nicht nach denselben Gesichtspunkten wie di;e letzte vorgenommen wurden. Trotzdem ermöglicht uns die Erforschung des Zustandes des Handwerkes im Lande jene Prozesse aufzuhellen, welche im Schöße des Handwerkes Palästinas vor sich gehen. Im Laufe der Jahre nach dem Kriege wuchs und entwickelte sich infolge des großen Wachstums der Städte auch »der Handel in allen seinen Zweigen. Der neue Jischuw brachte mit sich die Gewohnheit, alle seine Bedürfnisse durch Kauf in den großen Warenhäusern zu befriedigen und nicht beim Handwerker zu decken. Auch der alte Jischuw gewöhnte sich an große Waren- und Gewierbshäuser mit großen Schaufenstern gegen die Straßen, in denen sich der Handelsverkehr dter 1 Stadt konzentriert. Infolgedessen waren große Handlungshäuser die hauptsächlichste Konkurrenz für den kleinen Gewerbemann. Ein solches war ihm gefährlicher als eine Fabrik, die ihn mit Maschinenarbeit konkurrenziert. Und beides, sowohl die Entwicklung des Handels im Lande, als auch das Anwachsen der heimischen Industrie zwang das Handwerk, sich nach zwei Richtungen zu entwickeln. 1. Notwendigerweise wurde dadurch der kleine Handwerker gezwungen, Anschluß zu suchen an große Gewerbe- oder Handelshäuser und für sie nach den von ihnen empfangenen Bestellungen zu arbeiten. Er begann in seiner Wohnung, die kein eigemes Arbeitszimmer hatte, zu arbeiten, ohne Schild an seinem Hause, kurz, er verwandelte sich in seinem Hause zu einem Lohnarbeiter für den Arbeitgeber. So wfurde die Heimindustrie in ihrer Eigenart geschaffen, bei der die Handelshäuser Gruppen von Menschen organisierten, die in allen Teilen der Stadt saßen ufrid in ihren Häusern ohne Firmenschild