Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Probleme der Finanzierung des Palästina-Aufbaues
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 280 (sequence 32)
- Language
- German
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280 geseüschaiten> Einspannung der Staatshilfe in die Finanzierung der Kolonisation auf dem Wege der Regierungsgarantie für die Hypothekenbank oder des Colonial Development Fonds, systematische Weiterführung der politischen Anleiheaktion und ihre vollkommene ökonomische Vorbereitung durch eine Finanzkonferenz der Jewish Agency unter Beteiligung der großen jüdischen Institutionen und Gemeinden — das sind die vier Eckpfeiler dieses Systems. Es liegt auf der Hand, daß in der praktischen Durchführung des ganzen Planes Verschiebungen und Korrekturen notwendig sein werden. Aber das System ist ein geschlossenes Ganzes, von ein oder zwei Schlüsselpositionen aus, vom Standpunkt des nationalen Aufbauwerkes kontrollierbar, ein Instrument, wie es den Erfordernissen, aber auch den Möglichkeiten der Kolonisation im zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts entspricht. Gelingt es uns, ein solches Instrument in die Hand zu bekommen, so können wir mit Bestimmtheit darauf hoffen, eine stetige Einwanderung von den Größenmaßen, die wir eingangs umschrieben haben, im Wirtschaftsleben des Landes Wurzel schlagen und fruchtbar werden zu lassen. Eine der unumgänglichen Voraussetzungen dafür ist eine Stelle in unserer Wirtschafts-Exekutive, die sich mit dem Problem der Finanzierung befaßt. An ihre Spitze gehören Männer, die geschäftliche Kaltblütigkeit, praktische Erfahrung in finanzieller Arbeit, mit großer konstruktiver Phantasie und einer Begeisterung für die schöpferische Verwirklichung des Zionismus verbinden. Schon aus dem hier Gesagten ergeben sich Dutzende von außerordentlich wichtigen Arbeitsauf gaben für eine solche Stelle. Täglich drängen sich neue auf, die hier nicht einmal angedeutet worden sind und die oft nur die führende und koordinierende Hand brauchen, um fruchtbar zu werden. In den letzten Monaten sind im größeren Maßstabe fertige Orangenbojaren in nichtjüdischer Hand, die eben beginnen Frucht zu tragen, zum Kauf angeboten worden. Es ist möglich sie zu kaufen, zu parzellieren und unter Umgehung der sechs Jahre Wartezeit an jüdische kleinere und mittlere Reflektanten zu verkaufen. Eine reine Finanzierungsaufgabe, die zugleich lohnend und nationalkolonisatorisch ungewöhnlich wichtig wäre. Gewisse ausländische Versicherungsgesellschaften schlagen uns vor, gegen eine organisierte Versicherungsaktion die Hälfte des Polizzenwertes sofort für Baukredite zur Verfügung zu stellen, unter der Voraussetzung, daß die Hypothekenbank diese Kredite garantiert. Worum es sich aber im wesentlichen handelt, ist na-