Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Probleme der Finanzierung des Palästina-Aufbaues
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 279 (sequence 31)
- Language
- German
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griechischen Flüchtlinge, keine aktuelle Krise ist, die durch die 279 Palästina-Kolonisation im Laufe weniger Jahre behoben werden kann, sondern eine chronische soziale und ökonomische Katastrophe. Aber diese schleppende Katastrophe, diese langandauernde Agonie der jüdischen Volksmassen in Osteuropa verschärft sich von Jahr zu Jahr mit der Verelendung und der sozialen Ausstoßung neuer jüdischer Schichten, mit der Proletarisierung, die keinen Ausweg zur Arbeit, mit der Entwurzelung, die kein Ziel für ihre Wanderung kennt. Die Welt teilt sich immer mehr, um ein Wort Weizmanns zu gebrauchen, in zwei Kategorien von Ländern, solche, aus denen jüdische Massen auswandern müssen, und solche, in die jüdische Massen nicht einwandern dürfen. Fast in allen Ländern der Welt erhebt ein Judenhaß, wie wir ihn in dieser Schärfe, Zügellossigkeit, organisierten Kraft, noch nicht gekannt haben, sein Haupt. Es gibt gegen die steigende Sturmflut wirtschaftlicher Deklassierung, sozialer Entrechtung, politischer Feindschaft keinen anderen Damm, als den, den wir mit unseren schwachen Händen im Ausmaß unserer Kräfte in Palästina errichten können. Für große Teile der jungen jüdischen Generation gibt es keinen anderen Weg zu einem produktiven Leben und zu dem Minimum an Selbstachtung, ohne das eine Jugend nicht leben kann, ohne bis in die Wurzeln morsch und faul zu werden. Es ist dieses Rettungswerk im großen historischen Sinne, für das wir die konstruktiven Energien der zivilisierten Welt zur Hilfe aufrufen. Und in unserer historischen Situation haben wir keinen anderen Weg, als so lange an die Tore des Völkerbundes, an die Tore der britischen Oeffentlichkeit zu pochen, bis wir uns Gehör verschaffen. Was ich zu geben versucht habe, ist nicht eine Lösung, sondern ein Aktionsplan. Er legt nicht Mittel auf den Tisch des Hauses, sondern bezeichnet die Wege, auf denen diese Mittel durch langwierige und systematische Arbeit gefunden werden können. Ich weiß nicht, ob aus dem, was ich gesagt habe, die Umrisse unseres finanziellen Aktionsplanes klar genug hervorgetreten sind. Reorganisation unserer nationalen Fonds in der Richtung auf ihre möglichste kolonisatorische Produktivierung und Reform ihrer Arbeitsmethoden zum Zwecke der Steigerung ihrer Erträge, Schaffung eines zentralen Investment-Trusts für Europa und Amerika — möglichenfalls durch Ausbau von JCT und PEG — und Anpassung seiner Arbeitsmethoden an die Erfordernisse der Volkskolonisation durch eine Reihe von spezialisierten Tochter-