Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Probleme der Finanzierung des Palästina-Aufbaues
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 273 (sequence 25)
- Language
- German
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unsere Londoner Verhandlungen zu prüfen hatten. Die Ergebnisse 2T3 dieser Verhandlungen vom jüdischen Standpunkt und damit unsere Stellung zu den gegenwärtigen Developmentplänen der Regierung sind noch ganz ungewiß. Aber entscheidend ist, daß jetzt zum erstenmal die Mandatsregierung die politische und praktische Notwendigkeit anerkannt hat, ihre eigene Geltung für die Beschaffung von großen Krediten für die wirtschaftliche Erschließung des Landes einzusetzen. Daß es gerade die sozialistische Regierung in England ist, die sich rühmt, die erste gewesen zu sein, die den Weg einer systematischen Erschließungs- und Kreditpolitik in Palästina beschritten habe, ist weder ein Zufall, noch eine geringzuschätzende Tatsache. Mögen unter den gegenwärtigen Umständen die konkreten Vorschläge der Regierung für uns auch unannehmbar sein, so bietet uns doch die prinzipielle Anerkennung der Regierung die Gewähr für die Zukunft, daß die Jewish Agency, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt die Hilfe der Mandatarmacht beim Völkerbund und der City bei der Erlangung ihrer eigenen Developmentkredite beanspruchen wird, Verständnis für ihre Kolonisationspolitik bei der Regierung finden wird. Wir wollen uns nicht darüber täuschen, daß überhaupt die entscheidenden Schwierigkeiten bei der Durchsetzung der ersten internationalen Jewish Agency-Anleihe gar nicht so sehr auf der ökonomischen Seite unserer Pläne, wie vielmehr in der Ebene politischer und technisch formaler Widerstände zu suchen sind. Jene Bedenken juristischer und technischer Natur, die die Sachverständigen der Treasury in den Londoner Verhandlungen 1928 geltend gemacht haben — sie sind es, die die am schwersten übersteigbare Mauer für uns darstellen. Die Beamtenschaft ist überall und immer vorsichtig und konservativ. Die Beamtenschaft der Finanzministerien ist überall und immer — mit der Ausnahme der anleihesuchenden Staaten — besonders vorsichtig und konservativ. Eine Beamtenschaft des Finanzministeriums, die Anleihepläne für andere begutachten soll, ist schon gewiß vorsichtig und konservativ. Es gibt kaum Kreise, in denen die Herrschaft der Routine, dieses Götzen mit den gleichgültigen Augen, so absolut ist wie hier. Alles was technisch, formell oder juristisch von dem gewöhnlichen Standard abweicht, erscheint als ein unübersteigbares Hindernis. Ich bin überzeugt, daß die Sicherheiten, die wir zu bieten haben, rein ökonomisch gesehen, nicht schlechter, die kolonisatorischen Arbeiten, die wir mit Hilfe dieser Anleihe durchführen wollen, nicht weniger produktiv, die Bürgschaften für den Zinsen-