Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Probleme der Finanzierung des Palästina-Aufbaues
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 272 (sequence 24)
- Language
- German
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272 P°sition zu untergraben. Gewiß, Dinge wie Unruhen, Aufstände und Brandstiftungen ereignen sich auch in vielen anderen Ländern und das anlagesuchende Kapital vergißt sie. Aber das Gedächtnis des Kapitals steht in umgekehrter Proportion zu der Größe der Investitionsmöglichkeiten in einem gegebenen Lande. Je größer die Investitionsmöglichkeiten, desto kürzer das Gedächtnis. Da Palästina kein Feld für besonders große Anlagen ist, konnte es scheinen, als ob es eine Zeitlang dauern müßte, bis das Kapita] die neugeweckten Befürchtungen überwinden würde. Aber genau genommen, hat man sich längst davon überzeugt, wie groß die journalistischen Uebertreibungen von 1929 gewesen sind. Heute kann jede internationale Sachverständigenkommission leicht nachprüfen, wie groß die Sachschäden an Anlage werten gewesen sind, die die August-Unruhen der jüdischen Wirtschaft zugefügt haben. Eine solche Kommission wird sich leicht auch davon überzeugen können, daß die relativ unbedeutende Anlagevernichtung jener Tage in verhältnismäßig kurzer Frist durch die Wiederaufbauaktion neu und größer wiederhergestellt worden ist. Der zweite Umstand, der vom Standpunkt der internationalen Anleihe als bedenklich erscheinen muß, ist der unliebsame Rückgang in den Einnahmen der nationalen Fonds in den letzten beiden Jahren. Gleichgültig, ob man politischen oder wirtschaftlichen Faktoren dabei den Ausschlag zuschreibt, so ist doch die relative Gleichmäßigkeit der Eingänge der Fonds gewissermaßen erschüttert worden. Zwischen 1920 und 1929 betrug das Durchschnittseinkommen der nationalen Fonds 600.000 bis 700.000 Pfund. Die Eingänge zeigten entweder eine stetig aufsteigende oder zumindest eine stabil gleichbleibende Tendenz. Im Laufe der beiden letzten Jahre fiel das Durchschnittseinkommen der beiden Fonds beträchtlich, des Keren Hajessod um etwa 26 Prozent, allerdings nur, wenn man die Eingänge des Emergency Fonds nicht in Rechnung setzt. Aber wieder muß man sagen, daß eine solche Schwankung unter dem Einfluß wirtschaftlicher Depressionen nichts Anormales darstellt. Auch im Steuereinkommen fest etablierter Staaten kommen in solchen Zeiten ähnliche und noch viel stärkere Schwankungen vor. Jeder sorgfältig vorbereitete Kreditplan setzt sie ohne weiteres in seine Vorberechnungen ein. Demgegenüber steht ein Umstand, den ich als ein großes Plus auf dem Wege zur Durchsetzung unserer Pläne betrachte. Das ist der Vorschlag der Mandatar macht, eine Developmentanleihe für Palästina zu garantieren, den wir im Laufe des zweiten Teiles