Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Probleme der Finanzierung des Palästina-Aufbaues
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 271 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2379786-2379892-2379897-2393748--12392-2394000- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
men. Unser Züricher Kongreß nahm den Bericht der Exekutive über 2TX ihre Verhandlungen entgegen und beschloß dazu die folgende Resolution : a) Der Kongreß nimmt den Bericht der Exekutive zur Kenntnis, der sich auf ihre Verhandlungen über eine unter internationaler Garantie oder unter der Garantie der Mandatarmacht aufzunehmende Anleihe bezieht. b) Der Kongreß betrachtet die Eröffnung von internationalen Krediten für Zwecke jüdischer Siedlung in Palästina als notwendige Voraussetzung einer systematischen und großzügigen Immigration und Kolonisation. Er erklärt daher die energische Weiterführung dieser Aktion für eine der großen und dringenden Aufgaben im Arbeitsprogramm der erweiterten Jewish Agency. c) Das wirtschaftspolitische Ressort im politischen Department der Londoner Exekutive soll mit der fortlaufenden Leitung der Anleiheaktion betraut werden. Die schweren politischen Erschütterungen der beiden letzten Jahre haben der systematischen Weiterführung der Anleiheaktion neue Schwierigkeiten in den Weg gelegt und es bedarf nicht vieler Worte, um deutlich zu machen, daß, so lange in unseren Beziehungen mit der Mandatarmacht eine gewisse Stabilität und ein festes Vertrauensverhältnis nicht hergestellt ist, wesentliche Fortschritte auf diesem Weg nicht leicht vorstellbar sind. Dennoch ist es notwendig, die besonderen Wirkungen zu prüfen, die die Ereignisse der beiden letzten Jahre auf die Aussichten, unsere Anleihepläne zu verwirklichen, ausgeübt haben. Wir haben von diesem Standpunkt zwei Schritte rückwärts und einen großen Schritt vorwärts gemacht. Der erste Umstand, der zunächst als ein ernster Rückschlag aufgefaßt werden mußte, ist der: bis zum Jahre 1929 schien es sicher, daß die wirtschaftlichen Werte in Palästina in allen ihren Erscheinungsformen — Häuser, Plantagen, Fabriken, Ställe, Maschinen — in ihrem materiellen Fortbestand keiner Gefahr ausgesetzt sind. In diese Sicherheit trugen die August-Unruhen eine bedenkliche Erschütterung. Besonderen Schaden richteten auch hier die übertriebenen Sensationsmeldungen an, die zuweilen den Eindruck hervorrufen konnten, als ob die ganze jüdische Wirtschaft in Flammen aufgegangen sei. Wir führen eine merkwürdige Politik: Wir denken an die Durchführung großer Kreditpläne, wir wollen große private Investitionen in Palästina, gleichzeitig tut unsere Presse alles, was in ihren Kräften steht, um durch eine gewissenlose Berichterstattung das Vertrauen der Welt in unsere