Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Probleme der Finanzierung des Palästina-Aufbaues
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 270 (sequence 22)
- Language
- German
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270 U1<^em es unsere Pläne im wahrsten Sinne des Wortes diskreditierte. Ich weiß nicht, was 1920 ein solcher Anleiheappell an die jüdische Welt ergeben hätte und ob es damals schon Bedingungen dafür gegeben hat. Heute jedenfalls ist es mir klar, daß eine solche allgemeine innere Anleihe erst kommen kann und mit großem Erfolg unter den Juden kommen wird, nachdem eine erste glückliche Transaktion auf dem internationalen Kapitalmarkt unseren Kredit — losgelöst von dem rein patriotisch-jüdischen Aspekt — sichergestellt haben wird. Ja sogar schon an der ersten internationalen Jewish-Agency-Anleihe wird jüdisches Kapital zweifellos einen großen Anteil nehmen, wenn sie nur vom Völkerbund und der Mandatarmacht ihr Placet bekommen hat. Faßt man dagegen die innere Anleihe als die Aufbringung langfristiger Kreditmittel aus jüdischen Händen in Verbindung mit einem konkreten Objekt, einer bestimmten Kolonisationsaufgabe auf, so dürfte diese Finanzoperation kaum einen anteilmäßigen Charakter tragen. Nehmen wir an, eine entsprechende Beteiligung des Colonial Development Funds und unserer nationalen Fonds an der Erschließung des Hulegebietes würde uns vor die Aufgabe der Finanzierung der Huleorganisation stellen. Wir würden dann daran interessiert sein, diese Aufgabe durch eine Pflanzungs- und Parzellierungsgesellschaft, etwa nach dem Muster der Palestine Plantations, der Gründung Lords Melchetts, durchführen zu lassen. Wären wir außerdem auf die Bereitstellung langfristiger Kredite dafür angewiesen, so wären wir daran interessiert, sie entweder von einem Kreditinstitut oder von einigen weniger größeren Obligationszeichnern zu bekommen. Ich glaube nicht, daß man solche Transaktionen sinnvoll mit der Anleihelösung verknüpft. Was nun die internationale Anleihe betrifft, so hatte die Exekutive, wie bekannt, im Laufe des Winters 1927 besonders durch Herrn Dr. Jacobson in Genf unformelle Besprechungen mit der Finanzsektion des Völkerbundes, an deren Spitze damals Sir Arthur Salter stand, und ebensolche Besprechungen in Paris und London eingeleitet. Diese Vorverhandlungen führten dann im Jänner 1928 zur Ueberreichung eines besonderen Memorandums „Statement on the proposed Palestine close settlement loana an die damalige konservative Regierung. Auf der Basis dieses Memorandums wurden dann die Verhandlungen weitergeführt, bis sie, wenn ich recht unterrichtet bin, an gewissen juristischen und technischen Bedenken der Sachverständigen, die aus dem britischen Schatzamt zugezogen wurden, zu einem vorläufigen Stillstand ka-