Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Probleme der Finanzierung des Palästina-Aufbaues
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 268 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379892-2379897-2393748--12389-2393997- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Standpunkt intensiver Kolonisation von größter Bedeutung ist, steht außer Frage. Auf den 140,000 Dunam, die nach Abzug der Fläche, die für Straßen, Kanäle, und Gebäude nötig ist, übrig bleiben, kann eine Ansiedlung von etwa 4400 Siedlerfamilien stattfinden (zu den rund 2000 arabischen Familien, die sich heute auf diesem Boden befinden). Aber um diesen Siedlungsplan durchführen zu können, sind Drainage- und Ameliorationsarbeiten notwendig, die eine für konservativ gehaltene Berechnung eines Experten Mr. Cyrill Q. Henriques auf 740,000 Pfund (Zinsen nicht eingerechnet) für das Kronland allein beziffert. Das würde von den Regierungsländereien jeden Dunam mit über 21 Pfund belasten, bevor überhaupt an Siedlungsaufgaben gegangen werden kann, Durch Zukauf der 100.000 Dunam privaten Bodens würden sich die Drainage- und Bewässerungsanlagen auf ungefähr 11 Pfund pro Dunam reduzieren. Würde die Regierung also bereit sein, erstens die Privatländereien zu erwerben, zweitens 11 Pfund pro Dunam aufbringen, so würde sie sich dann erst der Aufgabe gegenübergestellt sehen, Mittel für die Ansiedlung zu finden, von denen sie im Falle der Ansetzung arabischer Fellachen auch nicht in ihren kühnsten Träumen eine Verzinsung und Amortisation aller dieser i\uslagen erwarten kann. Ich bin also überzeugt, daß nach einigem Hin und Her und allerhand Kreuz- und Ouersprüngen der beteiligten Faktoren die Siedlungsaufgabe am Hule entweder von uns oder überhaupt nicht durchgeführt werden wird. Nach den Rentabilitätsberechnungen, die für die Betriebstypen, die für das Hule- Gebiet in Betracht kommen, vorliegen, könnten wir sehr wohl daran denken, das für die Ansiedlung von '4000 jüdischen Kolonisten und die Etablierung der jetzt dort lebenden Araber nötige Kapital entweder durch eine große Pflanzungsgesellschaft oder auf dem Wege eines langfristigen Kredits aufzubringen, aber nur unter einer Voraussetzung: daß nämlich die Erschließungskosten auf ein wirtschaftlich erträgliches Maß heruntergedrückt werden. Das ist teilweise dadurch zu erreichen, daß wir für einen Teil der Drainagearbeiten, die sich nach Ansichten der Fachleute auf eine Reihe von Jahren hinziehen müssen, eine Beteiligung aus Fondsmitteln, die wir von vornherein aus den Lasten der zukünftigen Siedler ausscheiden, beisteuern. Der andere Teil der Kostendifferenz in der Erschließung der Hule-Böden im Vergleich zu den durchschnittlichen Erschließungskosten in Palästina — das ist die Rolle, die ich dem Colonial Development Fund im Rahmen des Hule Development-Plans zuschreibe. Welche konkrete Form diese Beteiii-