Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Probleme der Finanzierung des Palästina-Aufbaues
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 265 (sequence 17)
- Language
- German
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normalen jährlichen Buchwerts der Wirtschaft und 50 Prozent des 265 normalen jährlichen Nettoertrages hinausgehen würde, so erscheint in der Tat ein Zinsfuß von 5 Prozent als tragbar. Es gibt kaum einen besseren Prüfstein für die wirkliche Tatbereitschaft und aktive Wirtschaftsgesinnung der Regierung als diese Frage. Was von ihr gefordert wird, ist im Grunde eine formale Verpflichtung, die aller menschlichen Voraussicht nach niemals zu irgendwelchen Ausgaben der Regierung führen wird. Die Regierung kann sich also nicht hinter die Knappheit im laufenden Budget verschanzen, wie sie es gegenüber anderen unserer Forderungen tut. Es ist eine Stütze, die jede moderne Regierung einem gesunden Wirtschaftsunternehmen dieser Art bietet, um seinen Weg zu erleichtern. Auch in den britischen Kolonien ist dieses Vorgehen durchaus nicht ohne Präzedenzfall. So hat zum Beispiel in unserer Nachbarkolonie Zypern die Ottoman-Bank ein spezielles landwirtschaftliches Kreditinstitut mit einem Kapital von 50.000 Pfund gegründet und die Garantie der Zypern-Regierung dafür gesichert. Dieses Institut hat 200.000 Pfund Obligationen ausgegeben, die 5 Prozent tragen, in 80 Jahren rückzahlbar sind und die der Londoner Markt bereitwillig aufgenommen hat. Es ist selbstverständlich, daß die Regierung unter solchen Umständen — selbst wenn das ganze Aktienkapital der Bank von jüdischer Seite beigesteuert werden würde — spezielle Kontrollrechte und einen Anteil an der Administration beanspruchen müßte. Ich würde eine solche Kooperation wie jede Kooperation der Regierung mit unseren Wirtschafts- und Kolonisationsinstituten nur begrüßen. Während auf diese Weise die Bank zweifellos für Amortisation und Zinsendienst sicher ist, leistet die Palästina-Regierung der Entwicklung der jüdischen Landwirtschaft in Palästina einen großen, allerdings von einer modernen Regierung zu erwartenden Dienst. Damit sind aber die Möglichkeiten, in denen die Landesregierung uns in der Lösung finanzieller Aufgaben behilflich sein kann, ohne sich selbst zu belasten, keineswegs erschöpft. Eine dieser Möglichkeiten, die gerade zur Zeit des Züricher Kongresses geschaffen wurde, ist die mit der Schaffung des Colonial Development Fund gegebene. Nachdem der erste Bericht dieses von der Arbeiterregierung aus einer durchaus richtigen und positiven Einstellung zum Problem der systematischen Entwicklung der Produktivkräfte der britischen Kolonien geschaffenen Fonds vorliegt, ist es leichter, in seine Arbeitsmethoden und Aussichten einen Einblick zu gewinnen. Unter dem Colonial Development Act 1929 können