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Palästina · 1931-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1931) · p. Seite 264

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1931)
Article
Probleme der Finanzierung des Palästina-Aufbaues
Date
1931-07-01
Page
Seite 264 (sequence 16)
Language
German
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264 durch Organisierung besonderer Aufsichtsräte beim Department — ist ein Organisationsproblem, das wir in nächster Zukunft lösen sollten. Die zweite Möglichkeit, die sich andeutet, ist die der kooperativen Finanzierung, die besonders für Mittelstandsgruppen, die Pflanzungen anlegen wollen, in Betracht kommt. Solche Mittelstandsgruppen (für die der Keren Kajemeth auch Böden zur Verfügung stellen könnte, insofern sie die Verpflichtung entweder der Selbstarbeit oder mindestens der jüdischen Arbeit als bindend anerkennen), sollten heute nicht nur in Amerika, wo die schwere Wirtschaftskrise jüdische Mittelschichten auf die Suche nach einem sicheren wirtschaftlichen Halt in Palästina geschickt hat, organisierbar sein, sondern auch allen Schwierigkeiten zum Trotz unter dem Mittelstand in Polen. Ich weiß sehr wohl, noch aus den Erfahrungen, die Dr. Soskin bei seinem Versuch, das notwendige Menschenmaterial für seine Siedlung zu finden, gesammelt hat, wie schwer es ist, Juden, die über ein paar hundert Pfund in bar verfügen, zur Selbstarbeit in der Landwirtschaft zu bewegen. Aber ich glaube, daß die Orangenpflanzung in dieser Beziehung doch nicht mit dem Gemüsebau zu vergleichen ist. Die Vorteile der kooperativen Finanzierung solcher Mittelstandssiedlungen liegen vor allem in der Möglichkeit der Nutzbarmachung bestimmter Kreditquellen im Herkunftsland der Kooperativen für die Zwecke der Ansiedlung. Daß auch dieser Typus mit einer Form der Arbeiterkolonisation kombiniert werden kann, zeigt der in seinen Anfängen überaus glückliche Versuch von Gan Hadar. Im Zusammenhang mit der Schaffung eines Instituts für langfristige Agrarkredite taucht ein Sozialproblem auf, auf das Doktor Ruppin mit Recht bereits wiederholt aufmerksam gemacht hat und das an ein viel größeres und allgemeineres — das der Rolle der Staatshilfe in unserem Finanzplan heranführt. Das ist die Frage der Garantie der Palästina-Regierung für die Obligationen einer solchen Bank. Diese Frage kann für uns aus zwei Gründen entscheidend sein: Erstens, weil eine solche Regierungsgarantie den debentures der Bank die Börse, vor allem auch die Börse von Kairo öffnen würde, zweitens weil die Regierungsgarantie uns ermöglichen würde, den Zinsfuß der Obligationen auf einer für die landwirtschaftlichen Siedlungen einigermaßen tragbaren Höhe (also nicht über 5 Prozent) zu halten. Da eine solche, mit Regierungsgarantie ausgestattete landwirtschaftliche Hypothekenbank bei ihren Anleihen nicht über 50 Prozent des

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