Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Probleme der Finanzierung des Palästina-Aufbaues
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 252 (sequence 4)
- Language
- German
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252 unc* ^er Arbeiterorganisation gegenüber unsicher fühlt. Die Arbeiterorganisation ist nach wie vor bereit, darauf Rücksieht zu nehmen, daß die palästinensische Industrie jung ist und vor Erschütterungen möglichst bewahrt werden soll, sie ist nach wie vor bereit, Kollektivverträgen, Schlichtungsausschüssen usw. zuzustimmen. Die Voraussetzung ist natürlich, daß man sich darüber 'klar ist, daß die private Wirtschaft in Palästina weder in der Industrie noch in den Plantagen auf Kosten des Arbeiters und seines gewohnten Lebensstandards vor sich gehen darf. Aber sind auch die Leistungen der palästinensischen privaten Wirtschaft in diesem Jahrzehnt nach Gebühr anerkannt, so bleibt die Frage: ist es wirklich möglich, daß wir uns, durch die Erfahrungen des Jahrzehnts belehrt, für die Zukunft auf das Schalten und Walten der privaten Initiative verlassen und in unseren öffentlichen Wirtschafts- und Finanzaufgaben mit dem begnügen, was im Rahmen unseres Fondsbudgets geschehen kann? Das vor kurzem veröffentlichte ökonomische Programm der amerikanischen Zionisten scheint sich wieder einmal dieser gefährlichen Illusion hingeben zu wollen. Der Board of Economic Development, den es für Palästina vorschlägt — die zentrale wirtschaftliche Behörde in ihrem System — ist eine Art ökonomischer Beratungs- und Auskunftsstelle. Er soll ein Wirtschaftsarchiv unterhalten, die Unternehmer durch Experten beraten lassen, die Organisierung von ähnlichen Auskunftsstellen in verschiedenen Ländern anregen, Märkte studieren und ähnliches mehr. Das sind alles sehr nützliche und gute Dinge; eine ähnliche Stelle — wenn auch ohne Beirat — ist bisher das Industriedepartement der Exekutive gewesen, das bekanntlich gerade die Wortführer der Privatinitiative so unbefriedigt gelassen hat. Das amerikanische Programm schlägt noch weiter vor, der Board, beziehungsweise die Exekutive sollte die Arbeit der jüdischen wirtschaftlichen Institutionen, Korporationen, Finanz- und Kreditanstalten so weit als möglich koordinieren und Pläne für ihre Weiterentwicklung ausarbeiten. Aber auf der anderen Seite warnt es unsere Leitung ausdrücklich davor, selbst in die Wirtschaft einzugreifen und sich an der Geschäftsführung und Finanzierung solcher Anstalten direkt zu beteiligen. Amerika ist bekanntlich ein Land, das naive Wirtschaftstheorien und gar nicht naive Wirtschaftspraxis auf das Glücklichste verbindet. Dieses amerikanische Programm ist ein neuer Beweis dafür. Insofern die