Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Wirtschaftsberichte aus Palästina
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 223 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379892-2379896-2393321--12126-2393610- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Theater usw. Unser ganzes Leben gleicht einem riesigen Wasserkopf auf einem winzigen Körper. Und aus derselben Anschauung entstanden auch die vielen unsoliden und unfundierten Wirtsehaftsunternehmungen, die jeden Tag zusammenbrechen können. Die Hilfe, so schließt der Artikel, kann heute nicht von außen kommen. Der Jischuw kann sich nur selbst retten. Schon einmal war er in derselben Lage, nämlich zur Zeit des Krieges. Damals verstand man, daß die einzige Rettung die ist, von den fiktiven. Höhen wieder zu der bescheidenen Wirklichkeit hinabzusteigen und sich entsprecherid der wirklichen Lage einzuschränken. Wäre damals nicht der Waad Hazirim (Zionist Commission, der Vorläufer der jetzigen Palästina-Exekutive) mit seiner auf der neuen Pfund-Währung beruhenden Großzügigkeit gekommen, so wäre unsere Lage im Lande beute fester und solider als sie es ist. Heute gibt es keine andere Rettung als entschlossene Einschränkung. Der Jischuw muß sofort zu einer inneren Einigung kommen und Maßnahmen beschließen, um diesen Rettungsweg zu beschreiten. Dieser in den Hauptzügen wiedergegebene Bericht verlegt sehr richtig den Schwerpunkt auf die Anpassung Palästinas an die realen Verhältnisse. Aber dies läßt sich nicht auf der ganzen Linie durchführen. Der Jischuw kann zum Beispiel heute noch nicht das Schul- und Sanitätswesen zur Gänze übernehmen, auch wenn es gelänge, von defr Regierung entsprechende Subventionen zu erhalten. Im jüdischen Palästina sind auch vor dem Krieg die Schulen von auswärts erhalten worden und auf lange Zeit hinaus wird es den im Vergleich zu seiner gegenwärtigen wirtschaftlichen Entwicklung zu hohen Standard jener Institutionen nicht ganz aus eigenem bestreiten können. Im Sanitätswesen sind dagegen die Verhandlungen wegen Uebernahme der Spitäler in gutem Zuge, wobei die Subventionen der „Hadassah" erheblich verringert werden. Die sonstige Anpassung und Ein&chränikung ergibt sich von selbst durch den Zwang der Not und das starke Abnehmen der Zuflußkapitalien. Die Reduktion der Zahl und der Gehalte der Beamten der JA. ist bereits in einschneidender Weise durchgeführt worden. Die jüdischen Blätter weisen darauf hin, daß trotz der O'Donntell-Kommission bisher die Gehalte der englischen Regierungsbeamten nicht gekürzt worden sind. Im Gegensatz zu den Befürchtungen, die der Bericht von „Boust'nai" in bezug auf die Ernteaussichten hegt, gab bisher das Landwirtschaftsdepartment günstige Voraussagen aus. In jener vom Februar heißt es: Die Entwicklung von Getreide- und Hülsenfrüchten ist fast in allen Teilen des Landes vielversprechend . ,." „Im allgemeinen ist der Zustand alier Bodenfrüchte ausgezeichnet." Von den neuen Anlagen soll das Rutenbergwerk noch heuer in Betrieb kommen, der Hafen von Haifa wird aber erst in mehr als einem Jahre fertig. Die bauung der Pipeline steht njöch in sehr weiter Ferne; die großen Konzessionen! die den Erbauern gemacht wurden, sind Gegenstand berechtigter scharfer Kritik seitens Juden und Arabern. Bei Bestehen eines Advisory Council wäre ein solcher Vertrag, der den Konzessionären direkt Hoheitsrechte gewährt, nicht möglich gewesen, Ob der Bau der Bahn Haifa—Bagdad wirklich demnächst in Angriff genommen werden wird, ist sehr zu bezweifeln. Die Arbeiten de? Toten-Meer-Gesellschaft gewinnen immer mehr an Ausdehnung.