Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Wirtschaftsberichte aus Palästina
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 224 (sequence 6)
- Language
- German
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Eine interessante Nachrieht kommt aus Amerika. Dort sieht sich der jüdische Mittelstand, Familien, die zwischen 5000 bis 50.000 Dollar besitzen, außerstande, angesichts der heutigen Lage, damit in den Vereinigten Staaten7 eine neue Existenz zu gründen, was in Palästina, namentlich durch Pflanzungen, durchaus möglich ist. Für eine Anzahl von diesen Familien mit Gesamtvermögen von 500.000 Dollar sollen schon die Visa besorgt sein. Diese Wendung der Dinge in Amerika wird dazu beitragen, auch dort die Einsicht unter den Juden zu verbreiten, daß selbst in diesem Lande ihre Wirtschaftsposition labil ist und die Errichtung des jüdischen Nation|alheims auch eine unmittelbar praktische Bedeutung für sie hat. Das Hauptinteresse der palästinensischen Wirtschaftskreise wendet sich gegenwärtig naturgemäß den Verhandlungen in London zu. Die Durchführung; des Entwicklungsplanes Simpsons, der 2.5 Millionen Pfund ins Land bringen will, und des Vorschlags Stricklands, 1 Million Pfund Kredite für Korporativen zu geben, davon 250.000 für die schon bestehenden jüdischen, bedeutete die Erschließung von Kapitalteilen durch die Regierung. In allen Ländern der Welt trachten die Regierungen, die Lage durch eigene Initiative wenigstens einigermaßen zu lindern. Sollte es wirklich auch in Palästina dazu kommen, so hätten die unaufhörlichen Untersuchungen und Enqueten doch ein Gutes für das Land zur Folge. Vorläufig sind aber die Verhandlungen in London unterbrochen worden, da die Regierung anscheinend den Entwicklungskredit vor allem für die „landlosen Araber" verwenden will. Da die JA. dem nicht zustimmen kann, wird die ganze Frage wieder auf längere Zeit verschoben. Nachrichten und Daten POLITIK. Die Verhandlungen der Jewish Agency mit der britischen Regierung. Am 22. April wurden die Verhandlungen zwischen der Exekutive der Jewish Agency und der britischen Regierung wieder aufgenommen. Von deren Seite nahm außer Dr. Shiels ein Komitee daran teil, dem je ein Vertreter des Kolonialamtes und des Schatzamtes sowie der Lordadvokat für Schottland, Craigie Aitschison, angehören. Die Beratungen hatten vorläufig den Landentwicklungsplan für Palästina zum Gegenstand, wurden aber Ende April plötzlich unterbrochen, da die Regierung nicht über die Verwendung der geplanten Anleihe verhandeln wbllte und die Bestimmung darüber einer einzusetzenden Kommission in der Palästinaverwaltung übergeben will. Jedenfalls soll die Anleihe den „landlosen" Arabern in erster Reihe zugute kommen. Dia Regierung sagte zu, neue schriftliche Vorschläge zu unterbreiten. Nichtteilnahme der Araber an der Londoner Konferenz. Auf einer Sitzung der arabischen Exekutive, bei der von 48 Mitgliediern nur 30 abwesend waren; wurde mit 16 gegen 14 Stimmen beschlossen, für die Beteiligung von arabischen Delegierten an einer Konferenz folgende Bedingungen aufzustellen: 1. Die Beteiligung der arabischen Vertreter bedeutet keinerlei Anerkennung der Politik des jüdischen Nationalheimes. 2. Grundlage der Verhandlungen bilde! Abgeschlossen am 5. Mai 1931