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Palästina · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. Seite 218

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Politik. VOn G. Arlosoff-Goldberg, Tel-Aviv.
Date
1931-05-01
Page
Seite 218 (sequence 4)
Language
German
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Hilfe der Juden bei diesem Plan ihnen das weite Territorium der umliegenden Länder als Kolonisationsgebiet in Aussicht gestellt wird. Hier zeigt sich einerseits, wie die Frage der Föderation bereits in den Rahmen der aktuellen Politik tritt, andererseits jetzt auch praktische Vorschläge zu einer Lösung dei* jüdisch-arabischen Frage entstehen. Ueberhaupt hat man noch nie so viel im Lande über „Verständigung" gesprochen wie in letzter Zeit. Das lag zu einem großen Teile an den etwas übertriebenen Hoffnungen, die man mit dem Besuche von Weizmann in Palästina verband. Die arabische Presse begann mit einer Flut von Artikeln, die vor einer Zusammenkunft mit dem zionistischen Führer warnten und jeden, der Unterhandlungen wagen würde, als „Verräter" bezeichnete. Von jüdischer Seite benahm man sich viel zurückhaltender, jedoch gab es täglich neue Gerüchte, die von Verhandlungen sprachen. In der gesamten Haltung lag die reichlich naive Annahme, solche dornigen Probleme, wie die einer Lösung der arabisch-jüdischen F/rage, seien durch ein pa&r Sitzungen zwischen den Abgeordneten beider Sditen zu lösen. Davon konnte natürlich gar keine Rede sein, und es War auch sehr badd klar, daß gerade der gegenwärtige Moment für arabisch-jüdische Unterhandlungen ungeeignet sei. Die Wirkungen des Mac Donald-Briefes waren nicht so einfach aufzuheben, es war keinerlei Vorarbeit für eine solche Aktion gemacht worden — es war also nur natürlich, daß jeder Versuch einer gemeinsamen Beratung unterbleiben mußte. Gerade aus diesen Umständen Wurde es von neuem deutlich, daß ganz systematische — und nicht nur einmalige, vom Zufall eingegebene — Arbeit notwendig ist, um die Bedingungen für eine Verständigungsaktion vorzubereiten. Diese Wahrheit zeigte sich auch bei dem jetzigen — einigermaßen verunglückten Versuch der englischen Regierung, zum zweiten Teil der Londoner Verhandlungen mit der Jewish Agency auch die Araber heranzuziehen. Der Vorschlag Londons an die arabische Exekutive, sich an den Verhandlungen über die Entwicklungsmöglichkeiten der palästinensischen Landwirtschaft zu beteiligen, kam zu einem psychologisch reichlich ungünstigen Moment. Seit Monaten war die Presse wieder in einer antizionistischen Kampagne befangen gewesen, wochenlang hatte man gegen jede Begegnung mit Weizmann gepredigt, jetzt sollte man plötzlich nach London fahren, um mit denselben Zionisten und ihrem Führer zu verhandeln. Dieser Umschwung war angesichts der öffentlichen Meinung sehr schwierig, und es war schon bemerkenswert^ daß sich trotzdem einige Mitglieder der arabischen Exekutive fanden, die für eine Fahrt nach London stimmten. Der schließlich angenommene Kompromißvorschlag, Verhandlungen zuzustimmen, aber unter der Bedingung, daß sie im Lande stattfinden und nur mit den Engländern geführt werden, ist geeignet, die Unterredungen zwischen den drei Seiten schon rein technisch und noch mehr psychologisch zu erschweren, läßt aber andererseits einen schmalen Weg zur Regelung offen. Zu einer „Round-Table Conference" ist unter den gegebenen Umständen schwierig zu gelangen, sie hätte vor allem durch die Engländer, wenn sie es wirklich ernst damit meinen, sehr viel sorgfältiger und von langer Hand vorbereitet werden müssen. Andererseits sind die Fragen, um die sich der zwteite Teil der Verhandlungen dreht, von so zentralem Interesse für alle Einwohner Palästinas und berühren so stark die praktischen Interessen des Landes, daß sich eine konsequente, intransigentq Haltung der Araber nur schwer rechtfertigen und aufrecht erhalten läßt. In

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