Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Politik. VOn G. Arlosoff-Goldberg, Tel-Aviv.
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 219 (sequence 5)
- Language
- German
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Jerusalem bemüht sich die englische Verwaltung in der Tat weiter darum, mit der arabischen Exekutive, die arischeinend in ihrer Haltung nicht einheitlich ist, zu einem UebereinikQmmen zu gelangen. Vielleicht darf man daher doch von den Parallel-Verhandlungen in Jerusalem und London einen Fortschritt auf dem Wege zu einer Verständigung erwarten. Abgeschlossen am 28. April 1931. WIRTSCHAFT. Wirtschaftsberichte aus Palästina. Von a. b. Daß die Weltwirtschaftskrise vor den Toren Palästinas nicht Halt machen konnte, ist begreiflich. Um so mehr als der letzte Anstoß für sie von dem;Sturz der Agrarpreise ausgegangen ist und Palästina überwiegend Agrarland ist, ferner weil die Aufbauarbeit vom Kapitalstrom von außen abhängt, der naturgemäß schon wegen der Weltkrise, aber auch wegen der Unsicherheit der politischen Lage Palästinas stark abebbt. Alle Beobachter und auch das Handelsdepartment der Regierung behaupten aber, daß die Krise in Palästina: lange nicht so schwer sei, als in den benachbarten Ländern und in Europa. Das genannte Department hat kürzlich den Jahresbericht ifür 1930 veröffentlicht, dessen wichtigste Ziffern wir unter den betreffenden Titeln in Rubrik „Nachrichten und Daten" veröffentlichen. Nachstehend geben wir ein kurzes Resümee des Berichtes: Den wichtigsten Einnahmeposten stellen die Importzölle dar, aus denen im vorigen Jahre die Einnahmem 991.560 Pfund betrugen. Der Bericht hebt die große Anzahl von Konkursen im letzten Jahre hervor, bei denen die Gesamtmasse etwa 0.5 Millionen Pfund betrug. Die privaten Darlehensgeber forderten wucherische Zinsen, während die Bänken den Zinsensatz für Depositen auf etwa 1.5 Prozent ermäßigten. Im ganzen war die Lage in Palästina wirtschaftlich wahrscheinlich besser als in manchen angrenzenden Ländern (das Kapita] neugegründeter Gesellschaften betrug 1930 206.000 Pfund, 1929 770.000 Pfund). Die Bautätigkeit war in den drei hauptsächlichsten Städten sehr stark, eine große Anzahl wichtiger öffentlicher Gebäude der Regierung, Banken, Hotels usw. wurden erbaut. Die Haifaer Hafenbauten machten große Fortschritte: 1049 Meter der Mole wurden gebaut. Es Wiarden im ganzen 1170 Arbeiter bei den Hafenarbeiten beschäftigt. Im Jahre 1930 wurden 16 Tanks für Oelprodukte in der Petroleumzone von Haifa erbaut, davon 13 mit einer Fassungsr kraft von 19.000 Tonnen durch die „Shell"-Gesellschaft und drei mit einer Fassungskraft von 5800 Tonnen durch die „Vacuum"-Gesellschaft. Die Ueberproduktion in der Olivenölproduktion führte zu einem großen Preissturz bis auf 30 Müs für das Kilogramm. Das daraufhin angeordnete Einfuhrverbot für ausländisches Olivenöl führte zu einer Steigerung der PrJeise bis auf 40 Müs. Es wurden 6000 Tonnen Seife exportiert gegenüber 5103 Tonnen im Vorjahre. Die mit Tabak bebaute Fläche ist um etwa 3000 Dunam erweitert worden. Der Ertrag wird auf 1,386.000 Kilogramm geschätzt, zirka 200.000 Kilogramm mehr als im Vorjahre. Es arbeiten zwölf Fabriken mit etwa 1000 Arbeitern. Da nur 487.585 Kilogramm Zigaretten fabriziert wurden und der Tabakexport sehr klein war, ist die Lage der Tabakpflanzer eine sehr ungünstige. Der Weinexport betrug in diesem Jahre 10.748 Hektoliter, etwa dieselbe Menge wie im Vorjahre. Die „Nesher"-Zementfabrik arbeitete mit voller Ausnutzung