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Palästina · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. Seite 217

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Politik. VOn G. Arlosoff-Goldberg, Tel-Aviv.
Date
1931-05-01
Page
Seite 217 (sequence 3)
Language
German
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Ausdruck für wirtschaftliche Ziele und Notwendigkeiten, die heute bereits klare Gestalt annehmen. Während in Bagdad noch immer über die Einzelheiten des Vertrages zwischen der irakischen Petroleumgesellschaft und der Regierung verhandelt Wird, ist die Vermessung der Röhrenlinie Bagdad-Haifa und der gleichlaufenden Eisenbahn ein großes Stück weitergekommen. Die Vermesser haben bereits die Wüste durchquert und nähern sich Amman, der? Hauptstadt Transjordaniens. Die palästinensische Regierung hat bereits vor Wochen den Vertrag veröffentlicht, den sie mit der Petroleumgesellschaft abgeschlossen hat und der die Rechte der Gesellschaft innerhalb der Grenzen Palästinas festlegt. (Siehe Nr. 3/4, S. 153.) Nebenbei gesagt, diese Rechte sind außerordentlich weitreichend und geben dem Unternehmen die größte Bewegungsfreiheit, zum Teil auf Kosten des Landes. Insbesondere bedeutet die Zollfreiheit für sämtlidhe von der Gesellschaft eingeführten Waren eine Minderung der Staatseinkünfte, die unter Umständen sehr beträchtlich sein kann. Das vielumstrittene Projekt der Pipe-Lines und der parallelen Eisenbahnlinie Haifa-Bagdad scheint sich also seiner Verwirklichung zu nähern. Daß mit diesem Unternehmien den Ländern des Nahen Ostens ein beträchtlicher wirtschaftlicher Anstoß gegeben wird, braucht keiner weiteren Erläuterung. Aber über die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen hinaus muß der neue Verbindungsweg eine umwandelnde Wirkung auf die Struktur der Länder, die er durchzieht, ausüben. Diese Gelbiete, Palästina, Transjordanien, Syrien und Irak sind trotz der seit mehr als zehja Jahren bestehenden Grenzen miteinander verbunden. Daß die Jordangrenze zwischen Ost- und Westpalästina durchaus künstlich ist, war seit jeher allgemein klar. Entsprang doch die Schaffung des Emirats Transjordanien rein politisch-dynastischen Ueberlegungen, und sie hat weder wirtschaftlich noch politisch gute Resultate gezeitigt. Aehnliches gilt für die Grenze zwischen Syrien und Palästina, während die Abtrennung Iraks von den Küstenländern noch eine gewisse Berechtigung durch den Wüstenstreifen fand, der das Zweistromland von den Mittelmeerstrichen scheidet. Mit eigner Ueberquerung dieses Querteifles durch eine Eisenbahn, die den mühsamen Autoverkehr ersetzen kann, wird Irak näher ans Mittelländische Meer herangebracht und wirtschaftlich stärker nach dem Westen gravitieren als bisher. So würde der Ausbau der Haifa-Bagdad-Linie im Laufe der Zeit auch ohne spezielle politische Hilfe die Gebiete des Nahen Ostens einandern nähern müssen. Der Plan einer arabischen Föderation ist demnach nichts als ein Versuch, diese von wirtschaftlichen Faktoren inaugurierte Entwicklung durch politische Maßnahmen zu unterstützen und zu beschleunigen, sowie die kostspieligen Anlagen vor Schädigungen durch mögliche Feindseligkeiten zu sichern. Die Sympathie für dieses Projekt wächst in arabischen Kreisen, wenn auch extrem-nationalistische Elemente vor diesem neuen Schachzug des „westlichen Imperalismus" warnen. (Dies geschieht besonders in den arabischen Blättern Syriens, ferner in dem Blatte der Mufti? „Dschemije el Arabia" und dem arabischen „Felestm".) In Palästina wirkt der Plan noch aus einem besonderen Grunde anziehend, weil er geeignet ist, die Furcht vor einer jüdischen Majorität, so weit sie noch lebendig ist, zu zerstreuen. Es ist kein Zufall, daß bei verschiedenen Projekten der Verständigung zwischen Juden und Arabern, die in letzter Zeit auftauchen, der Gedanke der arabische Föderation im Mittelpunkt steht und gegen materielle und ideelle

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