Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Politik. VOn G. Arlosoff-Goldberg, Tel-Aviv.
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 216 (sequence 2)
- Language
- German
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Erfolg — versucht, die arabischen. Christen des Landes mit der übertönt moslemischen Färbung des neuen Kurses zu versöhnen. Ob die Propaganda Shaukhat Alis praktische Erfolge hat, ob diese Universität wirklich entstehen wird, darf man bezweifeln. Der Schwung jedoch, den die extreme Richtung der arabischen Bewegung durch diese neue Note erhielt, ist noch heute, Monate danach, deutlich zu spüren. Auch von anderen Seiten wirken sich starke Einflüsse auf die arabische Bewegung aus, die ihre politischen Ambitionen in besondere Bahnen lenlken. Eines der wichtigsten Themen der letzten Zeit ist die Frage der „arabischen Föderation", ein Begriff, der nach und nach an Klarheit gewinnt und von sehr realer Wirkung auf die Entwicklung des Nahen Ostens und damit Palästinas werden kann. In der Frage der arabischen Föderation tröffen sich englische und arabische Pläne und ihre Verwirklichung wird merklich erleichtert, wei] isie geopolitischen und wirtschaftlichen Tendenzen entgegenkommt, die im Begriffe sind, die Struktur der Länder des Nahen Ostens zu verändern. Für die Araber liegt in dem Gedanken etwas wie ein Wieder er wachen jenes großen5 Traumes der letzten Kriegsjahre, der im Frieiden von Versailles in alle Winde verflog, nämlich, eines arabischen Großreiches unter der Herrschaft eines eingeborenen Fürstengeschlechtes. Daß die Engländer es nicht ungern sehen, wenn dieser Traum wieder lebendig wird, erkennt man an den Schritten, die mit seiner Verwirklichung in Verbindung gebracht werden. Hussein, der frühere König von Hedjas, der lange Jahre die Verbannung in Zypern kostete, sitzt heute wieder geehrt und viel beachtet in Rabbat-Ammon, der Häuptstadt Transjordaniens, bei seinem Sohne, dem Emir Abdullah. Sein anderer Sohn, Faisal, König von Irak, hat gerade jetzt durch seinen Premier^ eine Annäherung zwischen den arabischen Staaten versucht und Freundschaftsbündnisse verschiedener Art mit Transjordanien, Aegypten und auch Hedjas- Nedjed abgeschlossen. Mit diesem letzten Abkommen werden die Bemühungen weitergeführt, die England seit einiger Zeit eingeleitet hat, um die alte Feindschaft zwischen dem Hause Husseins und Ibn Saud zu beseitigen. Nimmt man schließlich noch die hartnäckig immer wieder auftauchenden Gerüchte dazu, die einen anderen Sohn Husseins, Ali, mit dem syrischen Thron in Verbindung bringen, so kommt ein weiterer Zug in das Bild hinein. Die Haschimiten- Familie, die bereits heute unter englischem Rat und Schutz, man könnte auch sagen, unter englischem Zwang, Trank]ordaniten und Irak beherrscht, soll auchnach Syrien eingeführt werden, in das Land, das Alis Bruder, Faisal, seinerzeit vor den Franzosen räumen mußte. Es wird bereits das Skelett der arabischen Föderation sichtbar, das die heutigen kleinen arabischen Staaten in einem Bunide. zusammenschließt, wobei es noch undurchsichtig ist, wie weit seine Grenzen reichen. Eine freundschaftliche Stellung Aegyptens zu dem neuen Gebilde ist wahrscheinlich, ein Eintritt in den Bund, der vorerst Irak, Transjordanien und Palästina umfassen wird, heute durchaus problematisch. Der Fall Hedjas-1 Nedjed liegt noch zweifelhafter, sowohl wegen geographischer Verhältnisse, als auch wegen der alten Feindschaft der herrschenden Geschlechter und dem Unabhängigkeitssinn Ibn Sauds, der sich nicht ohne weiteres in fertige Systeme eingliedern läßt. Es handelt sioh jedoch bei dem Projekt der arabischen Föderation um weit mehr als um eine diplomatische Kombination und die Vergebung von Herrschersitzen an die Abkömmlinge Husseins. Die politischen Projekte sind nur der