Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Das reichsdeutsche christliche Element in Palästina
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 207 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2379786-2379892-2379896-2393317--12102-2393594- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Beirut 1× ep/1047833
OCR text
lande erworben, auf dem eine Ackerbaukolonde zwar unausführbar war, das aber zu der Perle der katholischen deutschen Besitzungen in Palästina wurde, zu einem Erholungsheim, in dem, wie in Emmaus, Menschen aller Nationen und Konfessionen von weit her Erholung suchen. 1889 wurden alle vom Palästinaverein betreuten deutschen Einrichtungen von den deutschen Lazaristen übernommen. Als dann 1895 die Verschmelzung der beiden norddeutschen katholischen Vereine zu dem „Deutschen Verein vom Heiligen Land" erfolgte, konnten die deutschen katholischen Unternehmungen schnell aufblühen. 1898 erhielt der „Deutsche Verein vom Heiligen Land" durch die Vermittlung Kaiser Wilhelms IL das Heiligtum der Dormitio auf dem Sion (die Stätte, an der der Ueberlieferung gemäß Maria verschied. Dicht daneben der Ort der Einsetzung des Abendmahles), und erbaute dort das Zionskloster,. eines der schönsten Bauwerke Palästinas. Da's Kloster, das in belgische Hände übergegangen war, wurde durch Vermittlung von Papst Benedikt XV. und des Patriarchen von Jerusalem, Mgr. Barlassina, den deutschen Benediktinern. 1921 wieder zurückgegeben. Im gleichen Jahre bot ihnen der Patriarch sein Patriarchatsseminar an. 1926 erließ Papst Pius XL das Breve, in dem er das Zionskloster unter dem Titel Dormitio B. M. V. oder Maria Heimgang, zur Würde einer Abtei erhob. Die Abtei zählt heute 18 Patres und Novizen und 12 Brüder. Das Kloster birgt ein wertvolles archäologisches Museum. 1904 wurde am Damaskustor der Grundstein gelegt zu dem mächtigen St. Pauls-Hospiz, das 1908 in Betrieb genommen wurde. Dieses prächtige Bauwerk ist noch auf einige Zeit von der Regierün(g zu Verwaltungszwecken gemietet. Es enthält eine Sammlung palästinensischer Tierwelt. Daneben steht das orientalische Institut der Görresgesellschaft, das 1909 als wissenschaftliche Station gegründet wurde, um katholischen Gelehrten Gelegenheit zu geben, sich eine gründliche Kenntnis Palästinas zu verschaffen.» Seit 1925 ist die Station mit einem ständigen Leiter (Dr. Mader) und mehreren Mitarbeitern als Forschungsinstitut neu eröffnet. Die Mädchenschule des „Deutschen Vereines vom Heiligen Land" (Schmidtschule) konnte, nachdem sie einige Jahre geschlossen war, 1921 als zehnklassige höhere Mädchenschule wieder eröffnet werden. Lehrplan ist dort der „Sylabus for Higher Studies in Palestine". Das Reifezeugnis berechtigt zum Studium an der amerikanischen Universität in Beirut und an mehreren englischen Hochschulen. Von der VI. Klasse an ist Deutsch obligatorisch. Unterrichtssprache ist in den unteren Klassen arabisch, in den oberen englisch. Die Zahl der Schülerinnen beträgt zur Zeit 220, davdn 36 Interne. Das Lehrpersonal besteht aus 8 Deutschen, 1 Engländer, 11 Arabern. Die Leiterin der Schule, Schwester Marina Kramm, ist Mitglied des „Board of Higher Studies". Neben diesen katholischen deutschen Einrichtungen arbeiten rund 100 deutsche Boromäerinnen da und dort im Lande. In Jerusalem haben sie neben einer Tagesschule für Mädchen (132 Schüler), ein Greisenasyl und das Mutterhaus der Orientprovinz des Ordens. In Haifa unterhalten sie neben einer Tagesschule (150 Mädchen) ein Spital und ein Hospiz. Auf dem Karmel gehört ihnen das Erholungsheim Eliasruh.