Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Das reichsdeutsche christliche Element in Palästina
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 206 (sequence 12)
- Language
- German
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(Kirche, ständiger Geistlicher), Jaffa (Kirche, Hilfsgeistlicher) und Waldheim. (Zeitschrift des J. V.: „Neueste Nachrichten aus dem Morgenland".) Daneben arbeitet die deutsche Jerusalemstiftung. In ihr wurde die nach der Auflösung des Bistums freigewordene, von König Fr. Wilhelm gestiftete Summe stiftungsgemäß weiterverwendet. Der Zweck der Stiftung ist „die Erhaltung der bestehenden, sowie die Schaffung neuer evangelisch-kirchlicher Einrichtungen und Anstalten in Jerusalem, insbesondere Kirche und Schule, sowie die Einrichtung und Unterstützung der evangelischen Gemeinde daselbst (§ 2 des Statuts). So versorgt die Stiftung die evangelische Gemeinde in Jerusalem. Sie besitzt die Erlöserkirche, die Pr'opstei und das Muristanhospiz. Nach langen Verhandlungen ist nun auch die prächtige Kaiserin Augusta Viktoria-Stiftung auf dem Oelberg, die lange dem Oberkommissar als Wohnung diente, eines der stattlichsten Gebäude Palästinas (eingeweiht 1918, stark erdbebenbeschädigt), mit der schönen Himmelfahrtskirche, deutschem Besitz wieder gesichert. In Jerusalem unterhalten die vereinigten deutschen evangelischen Landeskirchen das deutsche Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes, welches die wertvollen Palästinajahrbücher herausgibt. Der deutsche Johanniterorden unterhält das Johanniterhospiz.15) Von Haifa aus treibt die „Karmelmission" freie Missionstätigkeit unter Juden und Arabern. Sie besitzt außer einem Erholungsheim auf dem Karmel in Haifa neben einem Buchladen eine Tagesschule, die von über 100 arabischen Kindern besucht wird.16) * Was das katholische Deutschtum betrifft, so waren durch den 1838 in Bayern unter dem Schutze des Königs Ludwig gegründeten Ludwigsmissions verein und durch den ,1855 in Köln gegründeten Verein vom Heiligen Grab immer große Geldsummen ins Heilige Land geflossen. Trotzdem blieb das katholische Deutschtum in Palästina gan& unbekannt, weil die Spenden aus Deutschland mit denen aus Frankreich und Italien zusammen verwendet wurden. Unterstützt von vielen Freunden in der Heimat erwarb im Herbst 1876 der deutsche Franziskanerpater Ladislaus Schneider in Emmaus einen Acker und Garten mit einigen hundert Oliven- und Feigenbäumen. Und 1877 kaufte er vor dem Jaffator ein kleines Besitztum. So entstand ein deutsches Heim für arbeitsuchende deutsche Pilger in Jerusalem und in Emmaus eine kleine Landkolonie. So lan'ge Pater Ladislaus nach dem Rechten sehen konnte, ging; es mit beiden Gründungen vorwärts. Aber er wurde nach Alexandrien versetzt. Von dort aus schrieb er an deutsche Zeitungen und weitverbreitete Kalender, wie es mit den deutschen Almosen nach Palästine ginge. Auf diese Aufsätze hin wurde in Aachen ein Palästinaverein der Katholiken Deutschlands gegründet, der sich um die genannten Gründungen, über die harte Zeiten kamen, annahm. Dem Pilgerhaus in Jerusalem wurde 1886 eine .Mädchenschule angegliedert, deren Führung 1888 von deutschen Boromäerinnen» übernommen wurde. In Tabgha, am See Geniezareth, wurde ein größeres Ge- 15) Vergl. Hertzberg: „75 Jahre deutsche evangelische Gemeinde Jerusalem", Leipzig, 1927. Evangelisches Gemeindeblatt. Monatlich seit 1925. 16) Zweimonatsschrift der Karmelmission: „Palästina".