Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Das reichsdeutsche christliche Element in Palästina
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 201 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2379786-2379892-2379896-2393317--12096-2393588- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
und der Deutschen Levantelinie). Die Bank der Tempelgesellschaft (Filialen in Haifa und Jerusalem) hat in Jaffa ihren Sitz (Direktor C. Hoffmann, deutscher Vizekonsul). Das Hotel „Jerusalem" (Hardegg) gehört, wie die deutschen Hotels „Fast" und „St. John." in Jerusalem und „Galilee" (Hesselschwerdt) in Nazareth5) und „Tiberias" (Großmann) in Tiberias6) zu den führenden des Landes. Neben dem gemeinsamen Hospital der drei Kolonien Jaffa, Sarona, Wilhelma (Leitung Dr. Rubitschung) besteht auch eine deutsche Apotheke in Jaffa. Die Kolonie Rephaim bei Jerusalem hat 250 deutsche Einwohner7) (218 Templer, 12 Evangelische). Außerdem wohnen etwa 60 Engländer in der Kolonie. Ihr Gesamtlandbesitz beträgt 18.53 Hektar (Bauplatzland mit Gärten 6.70 Hektar, Ackerland einschließlich weniger Weinberge 11.83 Hektar). Darauf stehen 38 Haupt- und 16 Nebengebäude. (Alles templerischer Besitz.) Daneben befinden sich eine Anzahl deutscher Geschäfte in der „Stadt", also nicht in der geschlossenen Kolonie. Die, zum großen Teil in der Stadt Jerusalem zerstreut wohnenden evangelischen Deutschen machen einschließlich der Missionsstation Betdschala und Betlehem 160 aus. Die rund 100 deutschen Katholiken wohnen ebenfalls in Jerusalem (einschließlich Emmaus) zerstreut. Die Zahl der in evangelischem Besitz befindlichen Göbäude und Anwesen beträgt! etwa 50 (einschließlich der Missionsgebäude, Krankenhäuser usw.). Der katholische Landbesitz beträgt etwa 13 Hektar. Von den deutschen geschäftlichen Unternehmungen sind zu nennen: Eine mechanische Werkstätte (Hesselschwert), Bauunternehmungen (Gebr. Bäuerle und Imberger), drei Bäckereien, Agenturen (Aberle: Hapag und D. L. L,; F. Kübler: Norddeutscher Lloyd; Th. Fast: Lloyd Triestino; Reisebüro Munari), Pensionen (Lendholt und Heß). Die landwirtschaftliche Kolonie Sarona hat 251 Einwohner (229 Templer, 17 Evangelische, 2 Katholiken und 3 Juden). Der Gesamtlandbesitz beträgt 640 Hektar (6400 Standard Dunams zu 1000 Quadratmeter). Dieser Besitz verteilt sich: 14.1 Hektar Bauplätze einschließlich der Hausgärten, 330 Hektar Ackerland, 55.3 Hektar Wald und unkultiviertes Land, 30 Hektar WTeinberge, 210 Hektar Orangengärten und Bananeuanlagen. Neben 52 Wohngebäuden stehen 49 Nebengebäude, Werkstätten und andere Gebäude (Schule, Vereinshaus). Sarona hat vorwiegend Milchwirtschaft (Molkerei), Gemüsebau, Orangenbau und Weinbau. Die Kellerei des Weinbauvereines Sarona-Wilhelma gehört zu den besteingerichteten des Landes. Der Weinbau hat allerdings seine Vorkriegsstellung noch nicht wieder erreicht. (Eingegangene Kulturen, Ausfuhrschwierigkeiten durch die hohe Palästinawährung.) Außerdem befindet sich in Sarona die erste Handelsgärtnierei des Landes (Orth). Eine mechanische Bau- und Möbelschreinerei, eine Schmiede, eine Oelpresse, und eine Buch- und Offsetdruckerei sind erwähnenswert. Wilhelma hat rund 230 Einwohner (220 Templer, 10 Evangelische). Der Gesamtgrundbesitz beträgt rund 1000 Hektar. Davon entfallen 68 Hektar auf 5) In Nazareth leben etwa 30 Deutsche (20 Templer, 7 Evangelische, einschließlich Tabor, 2 Katholiken). 6) In Tiberias, ausschließlich Tabgha (216 Hektar katholischer Hospizbesitz) leben 18 Deutsche (7 Katholiken, 6 Templer, 5 Evangelische). 7) Die folgenden statistischen Angaben beruhen fast alle auf Mitteilungen; der Bürgermeisterämter (1931), denen hier dafür gedankt sei.